Zum Stand der Schreibdinge XX

Die letzten Wochen war ich recht kontinuierlich fleißig, aber nicht an meinen eigenen Werken, sondern immer noch am Lektorat, das ich für einen Roman der Reihe »Die neunte Expansion« aus dem Wurdack-Verlag übernommen habe.

Aufgrund des näherrückenden Abgabetermins habe ich alle anderen Projekte zurückgestellt, aber wenigstens einen Blogeintrag wollte ich im Januar dann doch verfasst haben.

Ich muss jedoch gestehen, dass ich mir Ende Dezember eine kurze Lektoratsauszeit gegönnt habe, um eine Kurzgeschichte zu verfassen, die es dann auch prompt in die »Ab 18«-Anthologie von Michael Schmidt geschafft hat. Und deren Überarbeitung steht an, sobald ich voraussichtlich an diesem Wochenende den aktuellen Lektoratsdurchlauf abgeschlossen habe.

Hoffentlich gibt es dann in naher Zukunft auch wieder regelmäßiger Inhalte hier im Blog. (Denn ich hatte mir Ende letzten Jahres extra noch ein Konzept für wöchentliche Inhalte erstellt. Kam mir gleich viel zu optimistisch vor.)

Zum Stand der Schreibdinge XVI

Lange habe ich nicht mehr über den Stand der Schreibdinge berichtet, denn lange habe ich nicht geschrieben. Aber aus gutem Grund, denn ich habe überarbeitet. Allerdings nicht einen eigenen Text, sondern einen fremden Roman, für den ich das Lektorat übernommen habe.

Es mag für einen Autor merkwürdig klingen, an einem fremden Text zu arbeiten, anstatt einen eigenen zu verfassen, aber ich halte es für eine großartige Erfahrung und Lernmöglichkeit. Das wirklich Schöne ist, dass ich mir all die notwendigen Fragen stellen kann, ohne dass meine Antwort durch meine persönliche Beziehung zu dem Geschriebenen gefärbt wird: Ist diese Szene wirklich notwendig? Welche Bedeutung hat sie für dieses Buch? Würde sich diese Figur wirklich so verhalten? Weiß ich als Leser genug über die Hintergründe? Wie könnte diese Situation noch mit einem zusätzlichen Konflikt angeheizt werden? Welche Steine könnten dem Protagonisten hier noch in den Weg geworfen werden?

(Noch besser ist vielleicht, dass ich diese Fragen nicht beantworten muss, sondern der Autor des Romans. 🙂 )

Wenn es mir gelingt, diese Erfahrungen einigermaßen neutral auch auf meine eigenen Texte anzuwenden, dann dürfte das sehr wertvoll sein und ihre Qualität steigern.

Der andere große Gewinn für mich ist die Schaffung einer Gewohnheit. Da im Falle des Lektorats jemand anders von meiner Arbeit abhängig ist, nämlich Autor und Verlag, war der Druck viel größer, konsequent daran zu arbeiten. Und das hat dazu geführt, dass ich in den drei Wochen, die ich an dem ersten Lektoratsdurchlauf gearbeitet habe, eine (arbeits-)tägliche Gewohnheit entwickelt habe: in den Zug steigen, hinsetzen, Laptop aufklappen, Textarbeit.

Und diese Gewohnheit hoffe ich für mich selbst mitnehmen zu können. Bislang klappt es jedenfalls und ich bin beim Zugfahren ganz automatisch aufs Schreiben eingestellt, ohne dass ich überhaupt darüber nachdenken muss. Auch dieser und die letzten Blogeinträge entstanden auf der Fahrt.

Mal sehen, welchen Text ich als nächstes schreibe, während das Dampfross mich durch die Prärie zieht. Ah, ne, falsches Genre. Oder?

Zum Stand der Schreibdinge VII

Die Winterzeit war für mich nicht wirklich Schreibzeit. Weder hier im Blog (wie ihr sicherlich bemerkt habt), noch im Hinblick auf Geschichten.

Im November habe ich eine Zeitlang tapfer beim NaNoWriMo mitgeschrieben, bevor ich mich dann an die Überarbeitung eines Textes mit dem Namen »Totenruhe« machen musste. Das hat sich aber gelohnt, denn kürzlich erhielt ich die Benachrichtigung, dass die Geschichte, in einem der nächsten beiden Bände der Steampunk-Chroniken zum Thema »Gaslicht« erscheinen wird. Ich freue mich. (Und die Geschichte las ich kürzlich auch schon im Rahmen des Festival of Steam in Second Life.)

Apropos Steampunk-Chroniken: auch noch mal offiziell verkündet sei, dass »Befreiungsschlag« in Band 1.5, »Geschichten aus dem Æther« erschienen ist, wie ich im Zusammenhang mit meiner ersten Lesung in Second Life schon erwähnte. Inzwischen ist das Buch übrigens auch in gedruckter Fassung erhältlich. (Details findet ihr wie immer unter dem Menüpunkt »Geschriebenes«.)

Weniger gut sieht es im Moment für die schon angekündigte Veröffentlichung von »Jenseits der Tür« aus, da der Herausgeber im Moment noch auf der Suche nach einem (neuen) Verlag ist. Aber Michael wird das schon machen. (Falls natürlich einer meiner Leser zufällig einen Verlag betreibt und Interesse daran hat, die Horror-Anthologie-Reihe »Zwielicht« zu veröffentlichen, dann würde ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren freuen 😉 ).

Aktuell beende ich gerade eine Geschichte, die ich 2009/2010 begonnen hatte, da sie thematisch zu einer gerade laufenden Ausschreibung passt. Ich hoffe, ich bekomme die noch bis zum Ende des Monats fertig. Im Moment habe ich Schwierigkeiten, den Bogen zur geplanten Pointe zu schlagen, aber das wird schon noch.

Im Anschluss harren noch zwei weitere Geschichten der Überarbeitung, für die ich dann versuchen will, ausschreibungsunabhängig eine Veröffentlichungsmöglichkeit zu finden. Und dann ist da ja auch noch die im NaNoWriMo begonnene Kinderfantasy. Und eine Space-Opera-Romanidee beginnt auch, Formen anzunehmen.

Es gibt also genug zu schreiben, es muss nur noch getan werden.

In diesem Sinne: schreibt weiter, Autoren!

 

 

Da waren’s nur noch zwei

Berichtete ich vorgestern noch hoffnungsvoll von drei Veröffentlichungsaspiranten, so hat sich deren unmittelbare Anzahl heute kurzerhand auf zwei reduziert. Nummer drei legt dann jetzt mal eine Überarbeitungsehrenrunde ein. Eventuell habe ich schon ein neues Zuhause für sie im Blick. So ist das Leben.

Zum Stand der Schreibdinge IV

Es war recht ruhig in letzter Zeit im Blog, und hätte Manfred mich nicht mit Holz beschmissen, wären vermutlich Mai und Juni ohne Blogeintrag ins Land gezogen.

Ein Grund dafür war, dass ich mich etwas mehr mit dem Schreiben (und Überarbeiten) von Geschichten beschäftigt habe.

Die beiden beim letzten Mal als fertig empfundenen Geschichten sind bei ihren potentiellen Herausgebern grundsätzlich positiv angekommen, doch gab es (im einen Fall kleinere, im anderen etwas größere) Verbesserungsvorschläge bzw. Änderungswünsche, die ich auch ganz artig umgesetzt habe. Sieht so aus, als ständen da zwei Veröffentlichung ins Haus. Mehr dazu, wenn es ganz offiziell ist.

Und dann näherte sich mit großen Schritten der Einsendeschluss für die nächste Geschichte, die ich im Sinn hatte. Und zu meiner eigenen Überraschung konnte ich ihn tatsächlich halten. An den letzten drei Tage zuvor habe ich je deutlich über 1000 Worte geschrieben. Ansonsten krebste ich mehr so zwischen 50 und 250 herum, und das auch nicht täglich. Aber in der Phase »lief« es richtig, wie man sagt. Da fühlte ich mich fast ein bisschen wie ein Schriftsteller.

Eine Woche früher fertig zu werden und Zeit für eine gründlichere Überarbeitung zu haben wäre natürlich noch schöner gewesen. Aber die Hauptsache ist für mich, etwas zu Ende geschrieben zu haben. Das motiviert ungemein.

Die Produktivität konnte ich dann auch gleich in das nächst Projekt mit hinüberziehen; eine Geschichte, um die ich sogar gebeten worden war. Auch die konnte ich relativ schnell abschließen und absenden. Sie harrt jetzt der Rückmeldung.

Danach lag noch einmal eine weitere Überarbeitung für eine der vorherigen Geschichten an (siehe dritter Absatz), die sich doch etwas länger hinzog, aber der Geschichte gut tat.

Fazit für die erste Jahreshälfte: zwei Zusagen, zwei noch im Rennen. Das ist doch gar nicht schlecht.

Und als persönlicher Bonus: deutliche Produktivitätssteigerung, sowie das Gefühl, dass mir etwas fehlt, wenn ich nicht schreibe. Langsam kommt die Routine.

Dennoch hatte ich mir für Juli und August eine Schreibpause zur Klausurvorbereitung vorgenommen. Doch dann kam da in einem Forum eine PM mit der Einladung, eine Geschichte einzureichen. Und da kribbelte es doch gleich wieder in den Fingern, das Gehirn begann, mir Ideen vorzuwerfen und morgen werde ich wohl ein neues Dokument öffnen. So ist das wohl mit dem Schreiben. Besser als ohne.

Kleiner Nachtrag: Beim Zähneputzen fiel mir gerade wieder ein, dass Anfang des Jahres ja noch eine weitere Geschichte sich auf den Weg gemacht hat, sich einen Platz in einer Anthologie zu erkämpfen. Fazit 2012/1 lautet also: zwei Zusagen, drei im Rennen. Noch besser.