Star Trek Discovery – Was ich entdeckte (Teil 1)

In einem Kommentar im Rahmen seiner 10-Blogs-10-Kommentare-Aktion* hat Roland alias Nerdlicht gefragt, wie mir Star Trek Discovery denn jetzt gefallen hat.

Und das muss ich mit einem ganz entschiedenen „Keine Ahnung!“ beantworten.

Prinzipiell ist es mehr das, was ich befürchtet habe als das, was ich mir erhofft habe, als ich im Vorfeld der Serie meine Erwartungen niederschrieb.

Und trotzdem kann (oder will?) ich die Serie nicht schlecht finden. Dennoch bleibt eindeutig festzuhalten, dass sie nicht das Star Trek ist, das wir kennen. (Was für eine Prequel-Serie natürlich problematisch ist.) Aber es ist eine unterhaltsame, gut produzierte Science-Fiction-Serie, die bislang vielleicht lediglich behauptet, im Star-Trek-Universum zu spielen. Ich glaube (hoffe?) aber, dass die Produzenten noch einen Kniff in der Hinterhand haben, um Discovery wieder mehr „auf Linie“ zu bringen. Ich weiß noch nicht, wie der aussieht, das Spiegeluniversum steht natürlich dabei hoch in der Theoriegunst. Hoffentlich aber keine später ausgelöschte Zeitlinie. Mal abwarten.

Aber gehen wir doch mal ein wenig mehr ins Detail. (Im Folgenden könnten Lesern, die die ersten neun Folgen der ersten Staffel Discovery noch nicht gesehen haben, Spoiler über den Weg laufen.)

  • Klingonen. Wie erwartet durchaus viele und durchaus intrigante. Ich finde, die Klingonen sind in den letzten vier Serien schon so extrem durchexerziert worden, dass hier mein Interesse nur wenig geweckt wird. Spannend finde ich, dass die Klingonen hier differenzierter sind als in vorherigen bzw. zukünftig spielenden Serien. Sie sehen unterschiedlich aus, haben andere Todesrituale, verhalten sich anders. Viel Aber-der-Canon-Geschrei ist darüber wohl laut geworden. Die Andersartigkeit finde ich aber nicht so schlimm – wenn sie denn Absicht ist. Ich erwarte hier, dass wir eine große Einigung der klingonischen Häuser sehen, die dann schlussendlich zu dem eher monokulturellen Reich führt, das in TNG ff. ausgiebig charakterisiert wurde. Dennoch hätte ich mir einen originelleren Gegner als die Klingonen gewünscht. (Und ich erwarte eine Erklärung, warum uns hier ausschließlich nicht-augmentierte Klingonen begegnen, wenige Jahre später auf Kirks Enterprise aber nur die augementierten. Das hat gefälligst einen Grund zu haben, liebe Produzenten, außer dem, dass ihr mehr Produktionsbudget als TOS hattet.)
  • Sporenantrieb. Ui, der ist ja jetzt gar nichts für mich. Nicht wegen der kanonischen Implikationen. Irgendwie werden sie das Ding schon vom Tisch bekommen, keine Frage. (Obwohl ein so mächtiges Gerät wohl nicht immer vom Tisch bleiben würde in der Realität. Egal, wie gefährlich es sein sollte oder welche Konsequenzen die Nutzung hat, die Voyager hätte wohl alles darum gegeben, einen einzigen Sprung machen zu können. Aber es ist dort nicht mal erwähnt worden. Da muss schon ein richtig schwerer Reset-Hammer auf die Serie niedergehen.) Nein, mein Problem liegt hauptsächlich darin begründet, dass ich biologische Aspekte dieser Art in der Science-Fiction nicht so recht mag. Sachen wie lebendige Raumschiffe, galaxienweite Nervennetze oder Planeten mit eigenem Bewusstsein wirken auf mich einfach zu weit hergeholt. Außerdem finde ich, dass solche Biotechnologie nicht besonders in das etablierte Star-Trek-Universum passt. Das ist doch viel mehr auf physikalischer Technologie aufgebaut und das liegt mir auch viel näher.

Oh, ich schreibe jetzt doch viel mehr, als ich eigentlich erwartet hätte und Episode 10 von Discovery wartet schon. Daher beende ich an dieser Stelle erst einmal den Artikel und werde in den nächsten Tagen in einem weiteren Teil versuchen, mir eine Meinung von Star Trek Discovery zu bilden. Bleibt dran, wenn ihr mögt.

* Die anderen Kommentare werde ich auch noch beantworten, versprochen.

Star Trek Discovery – Was ich zu entdecken hoffe

In wenigen Tagen* startet eine neue Star-Trek-Serie: Discovery. Ich freue mich darauf, wie ein Ferengi auf die Börsenkurse. Ich fürchte mich aber auch davor, wie ein Ferengi vor den Börsenkursen.

Ein persönlicher Star-Trek-Rückblick

Star Trek, damals noch in Form von Raumschiff Enterprise, ist (neben Captain Future und Western von gestern) eine meiner ersten Fernseherinnerungen. Wenn ich mir die Ausstrahlungsgeschichte der Serie in Deutschland so anschaue, muss es wohl 1982 gewesen sein. (Oder gar schon 1979?)

Als mein Onkel dann einige Jahre später eine aus der Videothek kopierte VHS-Cassette von Star Trek II – Der Zorn des Khan sein eigen nannte, schaute ich diesen Film rauf und runter. (Den und Die Rückkehr der Jedi-Ritter, ich war da schon immer poly-franchirös.) Bei Star Trek IV saß ich dann schon im Kino und wartete, dass endlich mal jemand Alarmstufe rot befiehlt.***

Und als 1989 die ersten Gerüchte die Runde machten, dass man Sat 1 über Antenne empfangen könne, raste ich nach Hause, öffnete die Klappe am Fernseher, hinter der die Frequenzwahlräder verborgen waren, und drehte sie mithilfe des mitgelieferte Stäbchens Millimeter für Millimeter weiter, bis durch den Schnee der Empfangsstörungen die unbekannten Welten des Privatfernsehens auf dem Bildschirm materialisierten. Es war ein Mittwochabend und ich hatte Raumschiff Enterprise im Vorabendprogramm um eine knappe Stunde verpasst. Also hieß es eine Woche warten bis zur nächsten Folge, und ich erwischte einen echten Klassiker: Spocks Gehirn. Aber völlig egal, es waren das erste Mal seit Jahren Kirk und Co zu sehen.

Richtig zum Fan wurde ich allerdings durch die Romane, die zu der Zeit erschienen. Auf dem Weg in den Urlaub fiel mir am Hamburger Hauptbahnhof Uhuras Lied in die Hände. Und als ich im Bayrischen Wald ankam, war es durchgelesen.

Da es ja aber eigentlich um die neue Serie gehen soll und nicht um die verklärten Kindheitserinnerungen eines alternden Mannes, schalte ich mal auf schnellen Vorlauf: Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert im zweiten Anlauf (nach dem ersten mit der CIC-Video-Synchronisation) geliebt, Fan-Club-Mitgliedschaften und erste Con-Besuche****, Star Trek – Deep Space Nine immer noch der Höhepunkt des Universums, von Star Trek Voyager eher enttäuscht und von Enterprise wegen Arbeit im Ausland nicht viel mitbekommen.

Was (mir) bekannt ist

Und nun also in Kürze Discovery. Einige Aspekte sind ja schon bekannt, aber um die soll es hier gar nicht gehen, nicht sehr jedenfalls. Vielmehr soll es darum gehe, was ich mir von dieser Serie wünsche. Und was ich vermute, was wir tatsächlich zu sehen bekommen werden. Und warum das eventuell nicht übereinstimmt.

Ergänzend sei festgehalten, dass ich in den letzten Wochen versucht habe, einen Bogen um Discovery-Neuigkeiten zu machen. Nicht so extrem wie vor einem Game-of-Thrones-Staffelfinale, aber ich kenne höchstens die Artikel-Überschriften oder einzelne Tweets zu den aktuellen Informationen über die Serie.

Was also ist der Wissensstand, auf dem dieser Beitrag basiert?

  • Die Serie spielt zwischen Archer und Kirk. (Okay.)
  • Die Serie spielt im Prime Universe. (Yay!)
  • Hauptfigur ist Commander Michael Burnham. (Hm.)
  • Das ist eine Frau (Yay!)
  • Sie ist nicht Kommandantin eines Schiffes. (Interessant.)
  • Sie ist vermutlich bei Vulkaniern aufgewachsen. (Ah ja.)
  • Es geht um Klingonen, viele Klingonen, verschiedene Klingonen. (Oh.)

Wie gesagt, einiges davon mag überholt sein oder in der Zwischenzeit eine Präzisierung erfahren haben, aber dann weiß ich nichts davon.

Womit ich daher rechne

Wenn ich nun diese Bausteine kombiniere und gleichzeitig in Betracht ziehe, was die Charakteristika derzeit erfolgreicher Serien sind, an denen CBS sich sicherlich orientieren wird, dann zeichnet sich mir ein gewisses Bild. Insbesondere die Idee verschiedener klingonischer Stämme lädt vor dem allgemeinen kriegerischen Hintergrund dieser Spezies ja geradezu dazu ein, intra-imperiale Konflikte heraufzubeschwören, gegenüber denen Game of Thrones wie eine Meinungsverschiedenheit beim Familienfest aussehen könnte. (Wieso sehe ich jetzt eine weißblonde Klingonin auf einem Bird of Prey reiten, der Photonentorpedos auf gegnerische Infanterie spuckt?)

Dazu kommt noch, dass am Ende von Star Trek Enterprise ja eigentlich der Romulanische Krieg bevor stand. Und die Romulaner scheuen ja bekanntlich vor kaum einer Einmischung in fremde Angelegenheiten zurück (siehe den Aenar-Handlungsbogen von Enterprise) oder löschen auch mal ihre eigene Regierung aus, um ihre Interessen durchzusetzen (siehe Star Trek Nemesis – okay, das waren Remaner, aber irgendwoher werden die solche Ideen ja auch genommen haben).

Das Bild, das ich von dem Serienkosmos also derzeit habe, ist das eines komplexen politischen Universums mit lang geplanten Intrigen, mit wechselnden Loyalitäten, mit moralischen Grauzonen, in denen sich die Figuren austoben.

Und das muss ja per se nicht schlecht sein, schließlich schaue auch ich mit Vergnügen House of Cards, The Expanse oder das bereits mehrfach erwähnte Game of Thrones, um nur einige zu nennen. Aber passt das auch zu Star Trek?

Was ich mir erhoffe

Ich hoffe, dass es den Produzenten gelingen wird, modernes serielles Erzählen mit den Grundwerten zu verbinden, die Star Trek so attraktiv gemacht haben. Und auf den Kern zusammengedampft ist das für mich die Aussage, dass der Mensch****** im Grunde gut ist. Dass es ihm gelingt, Hass und Vorurteile zu überwinden. Dass er das tut, was richtig ist für die Allgemeinheit, nicht nur vorteilhaft für ihn selbst.

Star Trek ist in den Grundzügen eine Utopie, eine Hoffnung auf eine Zukunft in der die Menschheit sich weiterentwickelt hat zu einer besseren, vernünftigeren, gerechteren Variante ihrer selbst. Und diese Sichtweise hat mich beim Aufwachsen so sehr geprägt, dass diese Entwicklung für mich lange Zeit unausweichlich erschien. Doch derzeit scheinen sich verschiedene Teile der Menschheit zu bemühen, mich eines Besseren zu belehren.

Gerade in diesen Zeiten, in denen die Realität dystopisch genug ist; Zeiten, in denen Menschen überall auf der Welt wieder um ihre eigentlich für selbstverständlich gehaltenen Rechte kämpfen müssen (wie zu der Zeit, als das originale Star Trek entstand); Zeiten in denen der Zusammenhalt der Menschheit in immer mehr Ländern der Welt durch nationalistische Idioten gefährdet wird, hoffe ich, dass die Macher von Discovery sich auf den Kern von Star Trek besinnen und eine notwendige Utopie schaffen. Und sei es auch eine düstere.

Oder, um es in einem Tweet zusammenzufassen, den ich hier mit freundlicher Genehmigung des Autors hier zitieren darf:

 

 

Und bis ich das Gegenteil sehe, gehe ich davon aus, dass Discovery meine Hoffnungen erfüllen wird. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Ich lasse mir die Serie nicht schlechtreden. Enttäuschen muss sie mich schon selbst.

 


* Und das in Deutschland nur einen Tag nach der Originalausstrahlung. Bei den vergangenen Serien war ja unter einem Jahr Wartezeit nichts zu machen. Und schon gar nicht im Originalton.**

** Die Idee mit den Fußnoten habe ich übrigens bei FragmentAnsichten plagiiert. Lest das Blog, es ist sehr gut.

*** Es geht hier um Ereignisse, die über 30 Jahre zurückliegen. Und wer ein wenig Kenntnis über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns hat, dem mag klar sein, dass hier möglicherweise ein oder zwei Prisen persönliche Legendenbildung in die Erinnerungen mit eingeflossen sind.

**** Auch meine erste (Fanfiction-)Veröffentlichung fällt in diese Zeit.

***** Und in der Erweiterung dann alle vernunftbegabten Wesen.******

****** Möglicherweise übertreibe ich dieses Gestaltungsmittel allerdings.

To Absent Friends – Geek Quest #02: Kulinarisches 

Bei der ersten Geek Quest von Fried Phoenix (»Schreibe einen Brief an das Stückchen Popkultur, dass dich 2016 am meisten bewegt hat«), kam mir die zündende Idee erst kurz vor Toresschluss. Fertig geworden ist der Beitrag ja dennoch.

Zum Thema des zweiten Durchgangs, »Kulinarisches« hatte ich sofort eine Idee und mir über die Tage im Hinterkopf sogar das Drehbuch für eine videografische Umsetzung zurechtgelegt. Allerdings fand ich nicht die Zeit sondern stattdessen eine Erkältung. Daher beschränke ich mich jetzt auf eine Fotolovestory zur Zubereitung des beliebtesten Getränkes aus dem kulinarisch reichhaltigen Star-Trek-Universum, das uns unter anderem »Gagh«, »Raktajino« oder »Plomeek-Suppe« vorstellte.

Doch die Popularität des Getränkes, das heute im Mittelpunkt steht, übersteigt die genannten Lebensmittel um ein Vielfaches, so dass die benötigten Zutaten selbst heutzutage problemlos in jedem Supermarkt zu bekommen sind und auch die bei der Zubereitung beteiligten Küchenutensilien sind in jedem Haushalt zu finden.

Wir benötigen also:

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einen Wasserkocher

und

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einen Becher.

An Zutaten werden

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ein Teebeutel

sowie (optional)

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Süßungsmittel (Darreichungsform exemplarisch)

benötigt. Alle Zutaten werden einfach in den Becher gegeben und mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher übergossen. Das sieht dann so aus:

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Das Getränk im Zustand der Zubereitung.

Nach einigen Minuten wird dann einfach der Teebeutel aus dem Becher entfernt, dazu ist er mit einem nützlichen Pappschild versehen, das mittels eines Bandes mit dem eigentlichen Beutel verbunden ist. Et voilà, fertig ist er, der

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tea, earl grey, hot.

Viel Spaß beim Nachkochen, auch wenn es nicht ganz so einfach ist, wie im Star-Trek-Universum.

P.S. 1 (Funfact): Wenn man in den USA den Tee nicht heiß bestellt, bekommt man einen Eistee, wie ich bei einem Frühstück in einem Golfklub in Memphis feststellen musste.

P.S. 2 (Geständnis): Ich weiß, dass ich die Aufgabe nicht ganz wortgetreu erledigt habe, da es sich nicht um ein »fiktives Gericht« handelt, aber ich hoffe, ihr hattet beim Lesen trotzdem ein wenig Spaß.