Filmempfehlung I: »Krieg der Eispiraten«

Es gibt verschiedene Arten von Filmen, die ich zu meinen Lieblingsfilmen zähle. Zum einen gibt es die Filme, die einen – sagen wir mal – »gewichtigen« Eindruck hinterlassen, die anregen, über ein Thema nachzudenken, sich im weitesten Sinne dadurch definieren, dass sie die menschliche Natur beleuchten. Spontan fallen mir in dem Bereich zum Beispiel »Es war einmal in Amerika«, »Blade Runner« oder auch »American History X« ein. Das sind aber Filme, die ich nur alle paar Jahre einmal gucken kann.

Dann gibt es die perfekt gemachten Unterhaltungsfilme wie »Avengers« oder »Zurück in die Zukunft«. Keine Frage, die gucke ich auch mal gerne.

Und schließlich gibt es noch die dritte Sorte, die schwerer zu greifen ist. Eher kleinere Filme, nicht unbedingt unbekannt oder independent aber auch nicht die großen Kassenschlager. Oft schon älteren Datums. Und wenn man sie objektiv betrachtet sicherlich auch mit Schwächen behaftet. Vielleicht ist das entscheidende einfach nur, dass ich diese Filme als Kind das erste Mal gesehen und daher eine stärkere emotionale Bindung zu ihnen habe. Aber das sind Filme, die ich immer wieder gucken kann. Und wenn man das als Definition nimmt, sind es meine tatsächlichen Lieblingsfilme. In loser Folge möchte ich euch aus dieser Kategorie ausgewählte Filme vorstellen. Den Anfang macht:

»Krieg der Eispiraten« (neu: »Die Eispiraten«, engl.: »The Ice Pirates«)

Wasser ist das wertvollste Gut im bekannten Universum. Die bösen Templer vom Planeten Mithras kontrollieren die letzten Reserven der Galaxis. Tapfere Piraten, wie die Crew von Captain Jason, überfallen deren Schiffe, in denen das Wasser in Form von Eis transportiert wird.

Bei einer der Kaperaktionen fällt ihnen die Prinzessin Karina in die Hände und als waschechter Pirat kann Jason nicht widerstehen, sie zu entführen. Auf der Flucht werden er und seine Crew jedoch geschnappt. Doch Karina hat ein Interesse an Jason entwickelt, denn sie hat eigene Pläne, die sie verfolgt, und rettet ihn daher vor dem Schicksal als Eunuchensklave.

Rebellen, pardon, Piraten die gegen ein böses Imperium kämpfen; eine Prinzessin mit einem Roboter (namens Percy), ein böser Oberkommandierender und nicht zuletzt der alte deutsche Titel zeigen schon, auf welcher Welle dieser Film aus den frühen 80er Jahren reitet: Krieg der Sterne ist angesagt, abgeschmeckt mit einer Dosis Mad Max und einer Prise Aliens.

Dass das trotzdem Spaß macht, liegt daran, dass der Film sich selbst nicht zu ernst nimmt, ohne dabei aber in die Albernheiten einer reinen Parodie wie etwa Spaceballs abzurutschen. Stattdessen schmeißen die Macher alles in die Waagschale, was ihnen an absurden Einfällen gekommen ist: Kung-Fu-kämpfende Roboter, Weltraumherpes, säbelschwingende Amazonen, sprechende körperlose Köpfe. Das ist nicht zwingend logisch, aber immer unterhaltsam. Insbesondere für den Endkonflikt wurde eine überraschende Lösung durch kreative Interpretation der Zeitdilatation gefunden.

Die Special Effects sind natürlich nicht auf Weltklasse-Niveu, aber selbst da haben die Macher aus der (Geld-)Not eine Tugend gemacht und die Bedienung der Geschütze im Weltraumkampf beispielsweise mit Hilfe eines Space-Invaders-Spielautomaten umgesetzt.

Auf der Besetzungseite erleben wir einen frühen Auftritt der späteren Genregröße Ron Perlman (»Hellboy«), was ja immer lohnend ist. In der Hauptrolle schlägt sich Fernsehstar Robert Urich (»Spenser« – die Serie hätte ich übrigens gerne mal auf DVD!) in einem seiner wenigen Filmauftritte wacker. Ihm gegenüber sehen wir Mary Crosby, die einige Jahre zuvor die Ehre hatte, J.R. Ewing niederschießen zu dürfen. Außerdem ist auch noch John Carradine in einer seiner letzten Rollen dabei. Abgerundet wird das Ensemble schließlich von Anjelica Huston (»Die Addams Family«) als Raumpiratin. Alles in allem also eine recht sehenswerte Besetzung für einen Genre-B-Movie.

Hinter den Kulissen arbeitete hauptsächlich Stewart Raffill als Regisseur und Drehbuchautor, der ansonsten wohl vor allem für die Regie von »Das Philadelphia-Experiment«, ein Zeitreise-Abenteuer mit Michael Paré und Nancy Allen, bekannt sein sollte. Das bekannteste Werk seines Co-Autors Stanford Sherman dürfte wohl der Fantasy-Film »Krull« sein.

Der Film ist heutzutage problemlos auf DVD zu bekommen, ich hatte mir vor einigen Jahren noch die niederländische DVD besorgt, um meine VHS-Cassette mit der ARD-Nachtaufzeichnung aus den 90ern endlich (und trotzdem schweren Herzens) entsorgen zu können.

Insgesamt ist »Krieg der Eispiraten« einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Das ist bei weitem keine anspruchsvolle Kunst, das ist auch beileibe keine Hard-SF, das ist das, was der Titel verspricht: ein Piratenabenteuerfilm im Weltall. Mit ordentlich Action, viel Humor, etwas Romantik – und jeder Menge Spaß.

Once Upon a Time in the White House

Once Upon a Time in the White House

»Thank you so much for coming. Please take a seat.«

»Thank you, Mr. President. You are too kind to see me.«

»Well, yes, I surely am. You know, they say, you are a wise man.«

»Some do, indeed.«

»That’s good. You see, we’ve got a problem.«

»I understand that your people tend to shot each other in mass shootings?«

»Exactly! So, you are indeed a wise man. What can we do about it?«

»About the mass shootings?«

»Precisely.«

»Well, I think it would be a good start to not allow people to buy weapons.«

»Weapons, huh? Interesting idea, interesting.«

»Thank you.«

»But how about we don’t disallow weapons, but instead we forbid same-sex marriage?«

»Forbid same-sex marriage, Mr. President?«

»Yes, exactly.«

»How would that help reducing mass shootings?«

»Well, you are the wise man. You tell me!«

»I am absolutely conviced that forbidding same-sex marriage will not reduce mass shootings.«

»It won’t? Really? Too bad!«

»Mr. President, perhaps we could come back to the idea of banning weapons from …«

»No, we can’t do that. Impossible!«

»And that is because …?«

»Because people like their guns. But they don’t like homosexuals.«

»And that is why you would rather prohibit same-sex marriage than weapons?«

»You! You ARE the wise man!«

»I see, Mr. President, I see.«

»So, do you have any suggestions?«

»Well, actually I am slowly getting an idea about why your people like to shot each other.«

»That’s great! Uh, I see time is passing. Let’s meet again next week to talk about your findings, shall we?«

»Of course, Mr. President. I will bring my gun.«

»Awesome!«

Zum Stand der Schreibdinge V

Eigentlich ist seit dem letzten Update nicht viel Neues entstanden, denn den größten Teil der Zeit habe ich mit dem Lesen verbracht. Ein akuter Fall von Spaceoperitis hatte mich ereilt und zur Milderung der Symptome brauchte ich starke Dosen von Vorkosigan, Harrington, IkarusThrawn und Gallagher. Nachdem der Schub durch entsprechende Medikation nun am Abklingen ist, werde ich mich in Kürze hoffentlich wieder der Erschaffung neuer Welten zuwenden können und schreiben, was noch nie ein Mensch zuvor geschrieben hat. Trotzdem gibt es etwas Erwähnenswertes: zwei meiner Schöpfungen haben den Weg in die große weite Welt geschafft.

Zum einen sind im Phantast Nr. 6, mit dem Thema »Apokalypsen«, die Erlebnisse niedergeschrieben, die Holger widerfahren, nachdem er am Morgen nach seinem Tod mit unbändigem Hunger erwacht. Wenn ihr wissen wollt, welche Rolle die Engel dabei spielen, und ob sein Bruder die Wassermelone öffnen kann, dann ladet euch das gemeinsame PDF-Magazin von fictionfantasy und literatopia runter und genießt neben der Story Artikel, Rezensionen und Interviews zum Weltuntergang.

Zum anderen, hat die liebe kleine Teevke endlich ihren Platz in der Welt gefunden. Was sie dort und insbesondere Jenseits der Tür erwartet, werdet ihr demnächst im dritten Band von Michael Schmidts Horroranthologie Zwielicht erfahren. Wenn das Buch erscheint, erfahrt ihr es auf jeden Fall hier.

 

Das blaue Wunder – Nova 17

Nova – Das Magazin für Science Ficiton & Spekulation bietet seit fast zehn Jahren und inzwischen 18 Ausgaben eine feste Anlaufstelle für alle, die an Science-Fiction-Geschichten und -Novellen hauptsächlich deutschsprachiger Autoren und Autorinnen interessiert sind.

Ich habe jetzt zum ersten Mal eine Ausgabe gelesen, und zwar die Nummer 17 von Ende 2010, damals noch herausgegeben von dem Team Ronald M. Hahn, Frank Hebben und Michael K. Iwoleit. Inzwischen hat Hahn sich zurückgezogen und Olaf G. Hilscher hat seinen Platz eingenommen.

Auf 232 DIN-A5-Seiten finden sich neben Impressum, Editorial, Inhaltsverzeichnis und Vitae der Beteiligten neun illustrierte Kurzgeschichten bzw. Erzählungen, zwei Artikel und ein Nachruf. Weiterlesen