Details zur Second-Life-Lesung am 12. April

Wie ich vor einiger Zeit schon mitteilte, werde ich am 12. April eine Lesung einiger meiner Kurzgeschichten halten. Das Besondere an dieser Lesung ist, dass sie nicht in einer Buchhandlung oder auf einer Convention stattfindet, sondern im Internet, genauer gesagt im Second Life.

Merlin Thomas liest in Second Life am 12. April 2015

Merlin Thomas liest in Second Life am 12. April 2015

Das ist nun vielleicht für viele nicht so alltäglich und daher kann ich mir vorstellen, dass es dazu einige Fragen gibt, die ich gerne zu beantworten versuche.

Was ist denn Second Life?

Second Life ist eine virtuelle Welt. In etwa kann man es sich als Versuch vorstellen, dass umzusetzen, was sich in den Anfangsjahren des Begriffes einige Leute als Cyberspace vorgestellt haben. Man benutzt ein spezielles Computerprogramm, ähnlich einem Webbrowser, um einen Avatar, eine Art Spielfigur, durch eine größtenteils von den Teilnehmern selbst gestaltete Welt zu bewegen und mit anderen Nutzern zu interagieren. Zum Beispiel, indem einer eine Geschichte vorliest und die anderen zuhören und im Anschluss Fragen stellen oder kommentieren.

Im Prinzip ist es ähnlich einem Computerspiel, in dem man eine Figur steuert, nur ohne vorgegebene Handlung. Es wird lediglich ein (virtueller) Raum zur Verfügung gestellt, der von engagierten Freiwilligen mit Häusern, Möbeln, Dekoration und allem, was ihnen einfällt, gefüllt wird.

Was brauche ich, um dorthin zu kommen?

Nicht viel. Einen Computer und einen Internetanschluss. Auf dem Computer installiert man einen Second-Life-Client und mit dem legt man sich einen Account an. Dann bekommt man einen Standard-Avatar zugewiesen, den man sich noch ein wenig individualisieren kann. Und schon ist man drin.

Wie das technisch genau abläuft, hat Thorsten Küper viel besser erklärt, als ich das könnte, daher besucht doch einfach mal seine Anleitung zum Second-Life-Besuch.

Kostet das was?

Nein. Weder der Client noch der Account noch der Besuch der Lesung kosten etwas. Wenn man spezielle Kleidung für seinen Avatar haben möchte oder selbst Gebäude im Second Life erstellen möchte, dann muss man tatsächlich Geld in die Hand nehmen, aber notwendig, um die Lesung zu genießen, ist es auf keinen Fall.

Second Life ist riesig, wie finde ich mich da zurecht?

Sobald der Client installiert ist, einfach hier klicken. Dann öffnet sich euer Standard-Browser und leitet euch an euren Second-Life-Client weiter, der euren Avatar nach dem Einloggen dann direkt zum Veranstaltungsort versetzt. Oder die sogenannte SLURL von Hand im Client eingeben bzw. einkopieren: http://maps.secondlife.com/secondlife/Kreativdorf/131/159/23 

Und wer hat das alles gebaut?

Meine Lesung findet im Rahmen des BB-E-Book-Events 2015 statt. Das BB steht dabei für Brennende Buchstaben, einer Gruppe von Kulturschaffenden, die sich Second Life als verbindendes Medium gewählt haben, um ortsunabhängig möglichst viele Interessierte ansprechen zu können. Mehr Informationen gibt es hier: http://brennendebuchstaben.blogspot.de/

Lesen auch noch andere?

Na klar. Ich bin am Sonntag nur das Vorprogramm für Sandra Baumgärtner. Außerdem lesen im Rahmen der BB-E-Book-Wochen unter anderem noch Christian Günther, Horus W. Odenthal, Anja Bagus und Sean O’Connell. Das komplette Programm findet sich unter: http://kueperpunk2012.blogspot.de/p/bb-e-book-event-2015.html.

Aber auch sonst finden immer wieder mal Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen wie Theaterstücke oder Stand-Up-Comedy statt. Auf dem Laufenden bleibt ihr auf jeden Fall, wenn ihr Kueperpunk folgt.

Kommt bei so einer Lesung überhaupt jemand?

Das hoffe ich sehr 🙂

Bei den bisherigen Lesungen, bei denen ich als Lesender oder auch als Zuhörer teilgenommen habe, waren immer so zwischen 15 und 40 Leuten, würde ich schätzen. Und mit dir sind es dann schon 16 bis 41!

Und was erwartet mich da inhaltlich?

Hundertprozentig habe ich mich noch nicht festgelegt, aber wir machen auf jeden Fall einen Ausflug in das Somalia in der Zeit nach der nuklearen Befriedung durch US-Truppen und beschäftigen uns mit Ungeziefer, das seinen Weg in eine idyllische Wohngegend gefunden hat.

Klingt gut. Wann war das nochmal?

Am Sonntag, den 12. April ab 20:00 in Barloks Hafen: http://maps.secondlife.com/secondlife/Kreativdorf/131/159/23

Warum hast du meine Frage nicht beantwortet?

Keine böse Absicht, ich habe nur nicht an sie gedacht. Hinterlasse sie doch in den Kommentaren, sprich mich auf Twitter an (@wortwerken) oder schreib mir eine Mail an web@wortwerken.de und ich werde mich bemühen, eine Antwort zu finden.

 

Vielleicht sehen wir uns demnächst im Second Life. Ich würde mich freuen.

»Operation Heal« für den Kurd Laßwitz Preis nominiert

Letzte Woche habe ich es ja schon angedeutet, jetzt ist es offiziell: »Operation Heal«, mein Beitrag zur Anthologie »Blackburn« aus dem Verlag p.machinery, ist für den Kurd Laßwitz Preis nominiert worden. Das ist der Hammer!

Ich freue mich sehr darüber, insbesondere weil es mich in der Vorstellung bestätigt, dass das, was ich hier mache, nicht so ganz schlecht sein kann. Und das ist eine Erfahrung, die vermutlich jeder gerne macht.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Abstimmung ausgeht, denn Autoren wie Marcus Hammerschmitt, Thorsten Küper und Michael Marrak sind nun natürlich nicht gerade Kanonenfutter. Für mich wäre es schon eine Freude, wenn ich nicht als solches ende 🙂

Auch wenn es nach klischeehafter Political Correctness klingt: ich sehe es schon als Gewinn, mich mit den Mitnominierten in einem Atemzug nennen zu dürfen und wünsche ihnen allen viel Glück!

»Operation Heal« – Neue Rezension und Bonusszene

Auch SF-Dinosaurier und -Vielleser Alfred Kruse hat die Blackburn-Anthologie gelesen und findet in seinem Blog lobende Worte für »Operation Heal«. Über Lob aus so berufenen Fingern freue ich mich natürlich besonders.

Der dort angesprochene Antiamerikanismus der Geschichte kann sicherlich kritisiert werden, ergab sich für mich aber mehr oder weniger zwingend aus der Prämisse. Ein Land, dessen Präsident den Tod seiner Söhne mit Atombomben rächt, hat im Weltenbau nun erst einmal nicht die beste Ausgangslage für die Rolle des Sympathieträgers.

(Und inzwischen hat die Realität ja wieder einmal die Fiktion überholt und bewiesen, dass – nicht nur – amerikanischen Regierungseinrichtungen das Schlimmste zugetraut werden muss.)

Wie dem auch sei, ich freue mich über die positive Rückmeldung gerade zu der Geschichte, bei der ich mir ob der Form tatsächlich sehr unsicher war, wie sie ankommen würde.

Und zur Feier der Rezension, des Tages, des neuen Jahres und des 91. Geburtstages von Jerome Bixby präsentiere ich nun noch eine Bonusszene zu »Operation Heal«, die ich aufgrund der Länge dort herausgenommen hatte.

Viel Spaß.

P.S.: Witziger Zufall: Gerade beim Kopieren der Szene stelle ich fest, dass sie ebenfalls an einem 11. Januar spielt. Noch ein Grund für die heutige Veröffentlichung.

 

16:32: »Healing Command, hier ist Healing Station 17. Notfall, Notfall, Notfall. Wir werden angegriffen, ich wiederhole, wie werden angegriffen. Kommen«

16:32: »Healing Station 17, hier ist Healing Command. Bitte wiederholen Sie. Kommen.«

16:32: »Healing Comman, hier ist Healing Station 17. Ich wiederhole: wir werden angegriffen. Kommen.«

16:32: »17, hier Command. Verstanden. Sie werden angegriffen. Bitte geben Sie Details. Kommen.«

16:33: »Command, hier 17. Unsere Wachmannschaft liefert sich ein Feuergefecht mit unbekannten Angreifern. Angreifer sind militärisch ausgebildet. Keine Einheimischen. Stärke unbekannt. Kommen.«

16:33: »17, hier Command. Verstanden. Wir schicken Verstärkung. Bitte regelmäßig Statusbericht. Kommen.«

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Zum Stand der Schreibdinge X

Was hat sich seit der IX getan? So einiges. Das meiste hatte ich aber schon beim letzten Mal angerissen.

In Kurzfassung: zwei Belegexemplare sind bei mir eingetrudelt, ein weiteres ist auf dem Weg. Und ich habe vier Geschichten für zwei Ausschreibungen eingereicht.

En détail:

  • Das Belegexemplar zu »Zwielicht 3«, herausgegeben von Michael Schmidt, verlegt von Erik Schreiber bei Saphir im Stahl hat ein fantastisches Titelbild von Björn Ian Craig, einen Umfang von über 420 Seiten, auf denen sich 16 Geschichten und 6 Artikel tummeln und einen Preis von lächerlichen 9,95 Euro. Wer da nicht zuschlägt ist selbst schuld. Hier findet ihr mehr Informationen und hier eine Leseprobe meines Beitrags »Jenseits der Tür«. Weiterlesen

Zum Stand der Schreibdinge IX

In den letzten Monaten haben mich anderweitige Verpflichtungen – und, ich gestehe es, auch anderweitige Interessen – ein wenig vom Schreiben abgehalten.

Nichtsdestotrotz gibt es zwei Neuigkeiten zu vermelden. Zum einen habe ich jetzt von Michael Haitels Verlag p. machinery die Zusage für die Geschichte „Operation Heal“, die ich bereits vor anderthalb Jahren zu einer interessanten Ausschreibung eingereicht hatte. Manche Mühlen malen halt langsam, aber so lange das Ergebnis stimmt, soll es mir recht sein.

Als zweites hatte ich recht kurzfristig an einem Call-for-Stories der Phantastischen Bibliothek Wetzler teilgenommen. Die Bibliothek gibt regelmäßig sogenannte phantastische Miniaturen heraus, in denen Geschichten versammelt sind, die sich alle um ein gemeinsames Thema drehen und eine Länge von jeweils nur rund 500 Wörtern haben. Gar nicht so einfach, in der Kürze eine komplette Geschichte zu entfalten, aber in den Augen des Herausgebers scheine ich erfolgreich gewesen zu sein: der nächste Band zum Thema „Nanowelten“ wird meine Geschichte „Auf der Spitze der Nadel“ enthalten.

So, und jetzt mach ich mir weiterhin Gedanken übers Frühstück. Mir ist da vorhin eine Idee gekommen.