Schlusslicht

Am Wochenende wurden die diesjährigen Preisträger des Kurd-Laßwitz-Preises bekanntgegeben. Ich gratuliere insbesondere Michael Marrak zur besten Erzählung und Wolfgang Jeschke zu seinem KLP-/DSFP-Doppelsieg, sowie dem Team vom Fandom Observer zum Ehrenkurd. Aber natürlich auch meine Gratulation für allen anderen Gewinnern und Platzierten.

Meine Geschichte »Operation Heal« hat in der Kategorie Erzählung den siebten Platz gemacht. Von sieben. Da ist noch Luft nach oben. (Was nichts daran ändert, dass ich es bereits als schöne Anerkennung sehe, nominiert worden zu sein.) Zwei Aspekte trösten mich jedoch: Erstens bin ich noch vor der Abstimmungsoption »Keine preiswürdige Geschichte« ins Ziel gegangen. Und Zweitens habe ich mehr Punkte geholt als der HSV in der letzten Saison.

Für das im Vergleich zum DSFP schlechtere Abschneiden meines Beitrags haben meine Analysen drei Erklärungsansätze zu Tage gefördert:

1) Den Abstimmungsberechtigten des KLP gefiel die Geschichte einfach weniger gut als der Jury des DSFP.

2) Da beim KLP im Vergleich zum DSFP, bei dem eine dedizierte Jury sich bemüht, alle nominierten Werke zu lesen, alle im Bereich der Science-Fiction tätigen Autoren, Verleger, Grafiker etc. abstimmungsberechtigt sind, werden viele halt für die Werke stimmen, die sie sowieso kennen. Und da haben Beiträge, die in einem Magazin wie Nova oder Exodus erscheinen, einfach eine größere Verbreitung als eine Geschichte, die zu einem sehr speziellen Thema in einem sehr kleinen Büchlein in einem recht kleinen Verlag erschienen ist.

3) Wenn man sich die Bilder der Platzierten in der Kategorie Erzählung anschaut, ist ganz offensichtlich, was der tatsächliche Grund für das Abschneiden meiner Geschichte ist: Bartträger werden systematisch diskriminiert und haben von Anfang an keine Chance auf den Sieg. (Das erklärt auch, dass Thorsten Küper regelmäßig der Preis verwehrt wird.) Ich bin mir nur noch unsicher, wie ich mit dieser Erkenntnis umgehen werde: nehme ich den Kampf gegen das glattrasierte Establishment auf oder kaufe ich mir einen Gilette Fusion Superglide 3000? (Gerade kommt mir noch eine dritte Idee. Ich könnte das tun, was man als Autor halt so tut: eine Geschichte daraus machen – und mit der dann den KLP gewinnen *evilgrin*.)

Wie dem auch sei: es war auf jeden Fall ein spannendes Erlebnis, zum ersten Mal für Preise nominiert zu sein. Dass ich gewinne, hatte ich gar nicht erwartet und daher bin ich über das Ergebnis auch nicht enttäuscht. Vielmehr freue ich mich darüber, dass meine Geschichten wahrgenommen werden und offensichtlich auch von einigen für preiswürdig gehalten werden. Vielen Dank dafür.

Auf dem Treppchen!

In der letzten Woche erfolgte die Bekanntgabe der DSFP-Preisträger 2014.

In der Kategorie Kurzgeschichten, in der auch meine »Operation Heal« nominiert war, holte Axel Kruse mit »Seitwärts in die Zeit« den Sieg. Dahinter platzierte sich Michael Marrak und ich durfte mit dem dritten Platz auch noch mit aufs Treppchen. Das freut mich sehr.

Bei den Romanen holte sich Altmeister Wolfgang Jeschke mit »Dschiheads« den ersten Platz, gefolgt von Uwe Post und Karsten Kruschel.

Ich gratuliere den Preisträgern und auch allen, bei denen es in diesem Jahr nicht für den Sieg gereicht hat. Ich kann mir vorstellen, dass es bei der Festlegung der endgültigen Platzierungen oftmals auch um den Geschmack der Jurymitglieder geht. Ich sehe es für mich auf jeden Fall so, dass alleine die Nominierung schon ein Qualitätsmerkmal ist.

Leseprobe: »Operation Heal«

Aus Anlass der KLP-Nominierung gibt es heute als Leseprobe etwa das erste Viertel meiner Geschichte »Operation Heal«. Wem das gefällt, der kann den Rest der Geschichte zusammen mit drei weiteren in der Anthologie »Blackburn« aus dem Verlag p.machinery für nur 5,90 EUR käuflich erwerben, z. B. bei Amazon.

Viel Vergnügen.

 

Operation Heal

Amerika hat – nein, wir haben in dem letzten Jahrzehnt der Welt nicht so gedient, wie unsere Position in der Welt, wie unsere Verantwortung für die Welt es von uns, von Amerika verlangt.

Im Gegenteil, Amerika hat – nein, wir haben in dem letzten Jahrzehnt der Welt Schaden zugefügt.

Das letzte Jahrzehnt ist vorbei. Das letzte Jahrhundert ist vorbei. Das letzte Jahrtausend ist vorbei. Wir leben in einer neuen Zeit. Einer Zeit für ein neues Amerika, ein Amerika des neuen Jahrtausends. Ein Amerika, das die Größe besitzt, der Welt zu dienen, der Welt zu helfen, die Welt zu heilen.

Wir werden – nein, Amerika wird die Welt heilen von den Wunden, die nicht nur wir ihr zugefügt haben.

Für dieses Amerika stehe ich. Dieses Amerika werde ich erschaffen. Mit Ihrer und mit Gottes Hilfe.

Aus der Antrittsrede von Präsident Ashton J. Jacobs, 20. Januar 2001.

 

Am dritten Tag unserer Aufklärungsfahrt durch das Operationsgebiet stießen wir auf eine Ansiedlung aus acht improvisierten Gebäuden bei den Koordinaten +0° 2’ 45.87″, +40° 21’ 52.21, die um eine kleine Wasserquelle herum angeordnet waren. Wir umrundeten sie in unserem Fahrzeug. Über die Infrarotkameras konnten wir um die zwei Dutzend Individuen ausmachen, die sich zwischen ihren Blech- und Strohhütten verbargen. Eine unbekannte Zahl an Individuen war innerhalb der Hütten zu vermuten. Die Vorfallsrestbelastung lag im erwarteten Rahmen (siehe Messprotokoll im Anhang).

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»Operation Heal« für den Kurd Laßwitz Preis nominiert

Letzte Woche habe ich es ja schon angedeutet, jetzt ist es offiziell: »Operation Heal«, mein Beitrag zur Anthologie »Blackburn« aus dem Verlag p.machinery, ist für den Kurd Laßwitz Preis nominiert worden. Das ist der Hammer!

Ich freue mich sehr darüber, insbesondere weil es mich in der Vorstellung bestätigt, dass das, was ich hier mache, nicht so ganz schlecht sein kann. Und das ist eine Erfahrung, die vermutlich jeder gerne macht.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Abstimmung ausgeht, denn Autoren wie Marcus Hammerschmitt, Thorsten Küper und Michael Marrak sind nun natürlich nicht gerade Kanonenfutter. Für mich wäre es schon eine Freude, wenn ich nicht als solches ende 🙂

Auch wenn es nach klischeehafter Political Correctness klingt: ich sehe es schon als Gewinn, mich mit den Mitnominierten in einem Atemzug nennen zu dürfen und wünsche ihnen allen viel Glück!