Lese-Challenge 2018: Reise durch die Genres

Hervorgehoben

Anfang des Jahres bin ich über eine Blog-Challenge gestolpert, der ich mich dieses Jahre stellen möchte: Eine Reise durch die Genres. Wer mehr dazu wissen will, findet das bei den Ausrichtern von Gerngelesen oder in meinem ersten Artikel zum Thema.

Es geht darum, jeden Monat ein Buch aus einem vorgegebenen Genre zu lesen und zu besprechen. Auf dieser Seite werde ich eine Liste der gelesenen Bücher pflegen und die jeweiligen Artikel verlinken.

  • Genre des Monats Januar 2018: Fantasy. Gelesen: „Die Klingen des Lichts“ von Lois McMaster Bujold
  • Genre des Monats Februar 2018: Krimi. Gelesen: „Die Wälder am Fluss“  von Joe R. Lansdale

Gelesen: Lois McMaster Bujold – Die Klingen des Lichts

Wer diesem Blog oder meinem Twitter-Account schon länger folgt, wird eventuell mitbekommen haben, dass ich ein großer Fan des Barrayar-Zyklus von Lois McMaster Bujold bin. Neben diesen Science-Fiction-Büchern hat die Autorin aber auch noch einige Fantasy-Reihen und -Romane geschrieben, von denen zumindest die auf Deutsch erschienen Bände schon seit längerem ungelesen in meinem Regal stehen, seit es sie vor einiger Zeit mal günstig im Abverkauf gab.

Anfang des Jahres war es dann mal wieder Zeit, ein neues Buch aufzuschlagen. Dabei kam mir Reise-durch-die-Genres-Challenge vom Gerngelesen-Blog in den Sinn, über die ich zufällig – vermutlich auf Twitter – gestolpert war. Es geht darum, in jedem Monat des Jahres 2018 ein Buch aus einem anderen, vorgegebenen Genre zu lesen und darüber eine Rezension zu verfassen. Ich fand diese Herausforderung aus zwei Gründen attraktiv. Zum einen fördert sie den Blick über den Tellerrand des Lieblingsgenres hinaus, was sowieso nicht schadet und zum anderen könnte sie dazu beitragen, einen kontinuierlichen Fluss an Blogartikeln beizubehalten. Die Frequenz von einem Buch pro Monat erschien mir auch machbar, so dass ich mich – ohne mich auch nur mental schon zur Teilnahme an der Challenge zu verpflichten – dazu entschied, mich zumindest an dem Januar-Genre zu orientieren. Nun habe ich im Bereich der Fantasy durchaus noch einige ungelesene Bücher herumstehen, aber ich griff zum ersten Band des vierbändigen Sharing-Knife-Zyklus von Lois McMaster Bujold mit dem Titel „Die Klingen des Lichts“.

Als ich mich nach dem Lesen ein wenig mit den Rezensionen auf Goodreads und Amazon beschäftigte, stellte ich fest, dass diese sehr polarisiert ausfallen. Und ich kann durchaus verstehen, dass einige enttäuscht sind, dass sie nicht das bekommen haben, was sie anhand des Klappentexts und der allgemeinen genre-üblichen Konventionen erwartet haben. Es handelt sich hier keinesfalls um eine epische Fantasy-Saga, in der Gut gegen Böse kämpft, Schlachten geschlagen und Länder erobert werden. Vielmehr handelt es sich um eine recht gradlinige Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer Welt mit durchaus epischem Potenzial.

Die ungewollt schwangere Bauerntochter Fawn verlässt ihr Heimatdorf, um den anderweitig verlobten Kindsvater zu vergessen und sich in der Stadt einen Beruf zu suchen, mit dem sie ihr Kind durchbringen kann. Unterwegs wird sie von den Handlangern eines Landzehrer oder Übel genannten bösen Wesens gefangen genommen, dem sie das Ungeborene Opfern wollen, damit es mehr weltliche Gestalt in der Realität annehmen kann.

Doch der einhändige Striefenreiter Dag vom magisch begabten Volk der Seenläufer, der mit seiner Patrouille gegen die Übel kämpft, kann sie befreien und Fawn selbst gelingt es sogar, mit dem Dolch von Dag das Übel zu töten. Dabei wird der Knochendolch anscheinend geprägt, was eigentlich nur geschehen sollte, wenn ein Streifenreiter selbst sein Leben opfert, um seine Lebenskraft in den Dolch fließen zu lassen. Dieses Mysterium möchte Dag mit Fawns Hilfe bei seinem eigenen Volk aufklären.

Und damit ist der Action-Teil des Buches nach dem ersten Drittel auch abgeschlossen. Der Rest handelt nun davon, wie sich Dag und Fawn ihrer Liebe füreinander bewusst werden und wie sie zunächst die Hindernisse, die ihnen in Dags Patrouillen-Verband und später dann in Fawns Familie entgegenstehen, überwinden.

Das passt sicherlich nicht jedem Fantasy-Leser. Mir hingegen hat es sehr gut gefallen. Die ganz große Dramatik bleibt dabei aus und eigentlich gibt es auch während des Lesens keinen Zweifel daran, dass die beiden die eher kleinen Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, auch meistern können. Die aus entsprechenden Liebesfilmen bekannte Krise zwischen den Liebenden bleibt – für mich positiverweise – auf der Strecke. Gleichzeitig kann das Buch dadurch aber auch auf der personalen Ebene ein wenig konfliktarm wirken, was gewöhnungsbedürftig ist und vermutlich auch eine Rolle dabei gespielt hat, dass Fawn sich in einigen Rezensionen dem Vorwurf stellen muss, eine Mary Sue zu sein. Das ist vermutlich ein Vorwurf, den jede einigermaßen starke Frauenfigur heutzutage über sich ergehen lassen muss. Natürlich ist Fawn eine liebenswerte Identifikationsfigur, die die Stärke besitzt, über die Personen in ihrem Umfeld – in angemessenem Maße, wohlgemerkt – hinauszuwachsen. Aber meine Güte, das ist die Definition eines Protagonisten und wer es nicht ertragen kann, dass auch Frauen zu so etwas in der Lage sind, der soll sich gefälligst einen anderen Planeten suchen.

Für mich war dieses Buch auf jeden Fall ein Glückstreffer. Auch ich habe nicht das bekommen, was ich anhand des Klappentextes erwartet habe, aber das bewerte ich in diesem Fall sehr positiv. Wer also Lust hat, eine Romanze in einem fantastischen Setting zu lesen, von deren drei Fortsetzungen jedoch nur noch eine auf Deutsch erschienen ist, der darf ruhig einmal einen Blick riskieren. Ich werde sicherlich in Zukunft mal schauen, wie die Geschichte weiter geht und was es mit dem mysteriösen Dolch auf sich hat.

Leseliste 2016

Wie schon in einigen Jahren zuvor (außer dem letzten), beginne ich das Blogjahr mit einem Rückblick auf das, was ich im Jahr zuvor gelesen habe. Hier die Liste und im Anschluss noch einige Kommentare.

  • Finderlohn
  • Das TEK-Kartell (TEK 2)
  • Tentakelsturm (Tentakel #3, in: Tentakel – Der erste Krieg)
  • Bruderkampf (Bolitho #8)
  • Gentleman Jole and the Red Queen
  • Der Piratenfürst (Bolitho #9)
  • Maddrax 400: Transfer
  • Maddrax 401: Neuland
  • Die Reise mit dem Zauberballon
  • Kinderbücher in einfachem Spanisch 2: Juanito y las Habichuelas Mágicas
  • Maddrax 402: Kaverne der vergessenen Bücher
  • Maddrax 403: Xaanas Weg
  • Proven Guilty (Dresden Files #8)
  • White Night (The Dresden Files #9)
  • Maddrax 404: Fette Tage in Toxx
  • Maddrax 405: Gefrorene Zeit
  • Ein Abend beim Chinesen
  • Drachenfutter (Myth Adventures #2, in: Dämonenhatz)
  • Maddrax 406: Der dunkle Fluss
  • Die TEK-Dealer (TEK 3)
  • Fieber an Bord (Bolitho #10)
  • Rettungskreuzer Ikarus 16: Ansarek
  • Small Favor (Dresden Files #10)
  • Des Königs Konterbande (Bolitho #11)
  • Un Lon Dun
  • Nahkampf der Giganten (Bolitho #12)
  • Ein Dämon auf Abwegen (Myth Adventures #3, in: Dämonenhatz)
  • Turn Coat (Dresden Files #11)
  • Macht’s gut und danke für den Fisch (Anhalter #4, in: „Per Anhalter durch die Galaxis“)
  • Liminale Personae
  • Die TEK-Rache (TekWars #4)
  • Die Landkarte der Zeit

Es ist wohl offensichtlich, dass ich sehr auf Serien konzentriert bin.

Bei den Dresden Files möchte ich gerne auf dem aktuellen Stand sein, wenn demnächst The Dresden Files Cooperative Card Game erscheint, dem ich im letzten Jahr kurzentschlossen meine Unterstützung auf Kickstarter gewährt hatte ohne eine Vorstellung davon zu haben, wann ich mal die Gelegenheit haben werde, das auch tatsächlich zu spielen.

William Shatners (*hüstl*) TEK-Reihe ist eine aufgewärmte Jugendsünde. Aber ich stehe zu meinen Jugendsünden. Außer zu denen, zu denen ich nicht stehe, aber über die berichte ich hier nicht.

Die historischen Seekriegsromane der Bolitho-Reihe sind eine Alternative zu den Hornblower-Romanen mit denen ich nie warm geworden bin. Ebenfalls eine Zweitlesung (und Komplettierung) aus Jugendzeiten, aber viel weniger sündhaft.

Von den Myth Adventures kannte ich bislang nur zwei und da der Komplettist in mir stark ist, versuche ich, diese Lücken jetzt zu schließen.

Neben den Serien und Reihen versuche ich seit dem letzen Jahr auch verstärkt, Werke von einheimischen (Phantastik-)Autoren und Autorinnen zu lesen. Ich werde versuchen, das auch im nächsten Jahr fortzuführen.

Wenn alles so läuft, wie ich es mir derzeit vorstelle, werde ich mich zu einigen der Titeln auch noch mal ein wenig ausführlicher äußern. Aber diese Aussage mache ich natürlich ohne Gewähr.

Auf einen Wurmlochsprung ins Vorkosiverse

(Anmerkung: dieser Artikel erschien zuerst im Juni 2014 in der Abschiedsausgabe 300 des im letzten Jahres eingestellten Fanzines »Fandom Observer«.)

Noch wenige Seiten und eine 25-jährige Geschichte ist vorüber. Damit die Leser nach dem regelmäßigen monatlichen Genuss von 300 Ausgaben Fandom Observer (okay, bei mir waren es nur etwa 30) nicht in eine Sinnkrise stürzen, muss Ersatz her. Etwas, das die Stunde pro Monat mit Lesespaß füllen kann. Hier kommt in letzter Sekunde meine Empfehlung dafür, die ich den Fandom-Observer-Lesern schon lange ausgesprochen haben wollte.

Ich lernte Miles vor rund zwanzig Jahren kennen. Er war gerade dabei, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen, indem er die Aufnahmeprüfung für die kaiserlich-barrayanische Militärakadamie ablegte. Die theoretischen Prüfungen hatte er bereits hinter sich und wie es seine Natur war, ging er davon aus, diese mit Bravour bestanden zu haben. Und vermutlich hatte er recht. Doch jetzt lag die physische Prüfung vor ihm, ein Hindernislauf. Noch vor der ersten Wand hatten die anderen Kandidaten ihn abgehängt, aber damit hatte er gerechnet. Womit er nicht gerechnet hatte, war der Übermut, der ihn erfüllte, als er die Wand erklommen hatte. Er fühlte sich unbesiegbar und entschied sich hinunterzuspringen, anstatt hinabzuklettern. Er brach sich beide Beine, seine Prüfung war gelaufen und sein Großvater starb noch in derselben Nacht an der Enttäuschung darüber.

Miles ist natürlich Miles Naismith Vorkosigan, Hauptfigur der (meisten Bände der) Vorkosigan-Saga (auch Barrayar-Zyklus genannt) von Lois McMaster Bujold. Seit den ersten Seiten, die ich gelesen habe, bin ich den Büchern verfallen und halte sie noch immer für die beste SF-Serie, die ich kenne. Deswegen möchte ich sie euch jetzt schmackhaft machen.

Und natürlich kenne ich Miles nicht persönlich, aber durch die hervorragende Charakterisierung in den Büchern, habe ich das Gefühl, ihn gut zu kennen. Denn die Konzentration auf die Figuren ist das herausragende Kennzeichen der Barrayar-Romane. Aus den Figuren und ihren Beziehungen untereinander entsteht viel der Faszination, die diese Bücher auf mich ausstrahlen. Darum soll ihnen der erste Blick gewidmet werden.

Miles Vorkosigan ist die Hauptfigur, doch die Geschichte beginnt mit dem Kennenlernen seiner Eltern in »Scherben der Ehre«. Cordelia Naismith ist Kommandantin eines Forschungsschiffes von Kolonie Beta, einer sehr fortschrittlichen Welt. Sie und ihre Mannschaft erkunden eine neuentdeckte, potentiell besiedelbare Welt. Doch zum gleichen Zeitpunkt hat auch eine militärische Expedition vom rückständigeren Planeten Barrayar unter dem Kommando von Lord Aral Vorkosigan Interesse an dem Planeten, um einen Brückenkopf für eine Invasion auf dem Planeten Escobar zu errichten.

Vorkosigan nimmt Naismith gefangen, wird aber gleichzeitig von Meuterern in seiner eigenen Mannschaft auf dem Planeten ausgesetzt und er muss mit seiner Gefangenen zusammenarbeiten, um sich durch die menschenfeindliche Wildnis zu einem Versorgungsdepot durchzuschlagen.

Hier sieht man schon, dass Bujold ihr Handwerk versteht. Sie bringt reihenweise Konflikte ein und sorgt dafür, dass ihre Figuren es nicht zu leicht haben, indem sie ihnen alles an Hindernissen vorwirft, was ihr einfällt. Und sie erschafft die Figuren, die mit diesen Hindernissen nicht nur umgehen können, sondern an ihnen wachsen. Das trifft sicherlich auf Cordelia und Aral zu, die sich im zweiten Band der Reihe, »Barrayar«, in den Wirren eines Bürgerkrieges wiederfinden. Noch viel mehr aber auf ihren Sohn. Miles kommt mit schweren körperlichen Schädigungen auf die Welt, die ein Giftgasanschlag auf seine Eltern während der Schwangerschaft hervorgerufen hat. Auf Barrayar gilt er dadurch als auszumerzender Mutant. (Und sein Großvater ist der erste, der in der Schlange ansteht, um seinen Enkel in einer Regentonne zu ersäufen.)

Miles Vorkosigan ernährt sich geradezu von Konflikten und Hindernissen, er stürzt sich auf sie und ringt sie nieder, nur um dabei schon Ausschau nach der nächsten, größeren Herausforderung zu suchen. Damit versucht er, sich und seiner Umwelt seinen Wert in der kriegerisch-körperlich geprägten barrayanischen Gesellschaft zu beweisen; daraus stärkt er sein durch die körperliche Behinderung angreifbares Selbstvertrauen. Wenn es ihm allerdings nicht gelingt, eine Herausforderung zu bestehen, wie die eingangs erwähnte Aufnahmeprüfung an der Akademie (»Der Kadett«), dann bricht das fragile Konstrukt in sich zusammen und Miles verfällt in eine depressive Phase. Lediglich neue, herausfordernde Probleme, auf deren Lösung er seinen strategisch brillanten Verstand konzentrieren kann, können ihm neuen Antrieb verschaffen. Wenn er an einer Herausforderung Interesse gefunden hat, dann ist Miles eine Naturgewalt, die sich durch nichts und niemanden stoppen lässt – und das ein oder andere Mal auch deutlich über das gesetzte Ziel hinausschießt. Nicht ohne Grund ist das Rollenspiel zur Vorkosigan-Saga mit dem Motto »Forward Momentum!« überschrieben.

Ein gutes Beispiel ist die Aufgabe, derer er sich annimmt, nachdem ihm die Aufnahme an der Akademie verwehrt wurde. Der Versuch, die Mutter seiner Jugendfreundin und heimlichen Liebe Elena ausfindig zu machen, die in den Wirren der Invasion auf Escobar (siehe oben) verschwunden ist (und Elena damit für sich einzunehmen), führt dazu, dass Miles wenige Wochen später völlig unabsichtlich Admiral einer eigenen Söldnerflotte ist, die ein ganzes Sonnensystem beherrscht. Und damit beginnen seine Schwierigkeiten erst.

Das mag nach einer abstrusen Handlung klingen, doch es ist Bujolds Talent zu verdanken, dass das beim Lesen als ganz zwangsläufige Entwicklung erscheint, die die Autorin nicht vorgibt, sondern die sich ganz organisch aus den Figuren und deren allzeit nachvollziehbaren (Re-)Aktion heraus ergibt.

Miles als Flottenkommandant ist dann auch die Ausgangslage für die nächsten Bände des Zyklus. Dennoch erwartet den Leser nicht (nur) Military-Space-Opera, wie vielleicht anzunehmen wäre. Die Handlungen und Themen sind vielfältig: Gefangenenbefreiung, diplomatische Missionen, Kriminalfälle, Spionage, Attentate, Adelsintrigen – und als mein persönlicher Höhepunkt der Reihe eine herausragende Romanze. Meiner Meinung nach sind die Vorkosigan-Romane immer dann am besten, wenn Miles sein strategisches Geschick anzuwenden versucht, um eine Frau zu erobern – und natürlich grandios scheitert.

Bei aller Leichtigkeit der Erzählweise, so werden in den Romanen immer auch ernsthafte Themen behandelt: Terrorismus, Krieg, genetische Verbesserungen, Homophobie und immer wieder die Frage nach der (eigenen) Identität und dem Menschsein an sich und der daraus hervorgehenden Verantwortung für die eigenen Taten, aber auch die anderer.

Dass diese Mischung ankommt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Bujold für die Erzählungen und Romane aus dem Barrayar-Universum insgesamt vier Hugos sowie je zwei Locus und Nebula Awards erhalten hat. (Für einen Band aus einer ihrer zwei Fantasy-Reihen hat sie darüber hinaus auch noch mal alle drei Preise erhalten.) Unter diesem Aspekt gehört sie damit zu den erfolgreichsten Science-Fiction-Autoren überhaupt.

Dennoch ist die Aufmerksamkeit, die sie und ihre Vorkosigan-Saga in Deutschland erfahren, recht gering. Nachdem in den 90er einige Einzelbände erschienen waren, die nach einiger Zeit zu horrenden Preisen auf eBay und Co. gehandelt wurden, erschienen zwischen 2004 und 2006 noch einmal alle Bände der Reihe in Sammelbänden im Heyne-Verlag. Doch seitdem ist es ruhig. Die letzten beiden Bände – »CryoBurn« und »Captain Vorpatril‘s Adventure« – sind auf Deutsch gar nicht mehr erschienen. (Kleiner Wink an mitlesende Verleger.)

Und auch über die deutschsprachigen Gebiete hinaus ist die Fan-Aktivität eher gering. Es gibt eine fan-betriebene, offizielle Website (hauptsächlich) zum Barrayar-Zyklus, die aber seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert wurde erfährt und eine darüber erreichbare Mailingliste (über die ich aber nichts weiter sagen kann). Allerdings betreibt Bujold einen Blog unter dem Goodreads-Dach.

Außerhalb des Internets gibt es an begleitenden Werken den »Vorkosigan Companion«, ein Taschenbuch, das einige Artikel, Interviews und eine ausführliche Lexikographie zum Thema versammelt, ein auf Gurps basierendes Vorkosigan-Rollenspiel, einen Sammelband mit Reden und Essays von Bujold sowie eine Sammlung mit Essays über sie und ihr Werk.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und die durch den Verlust des Fandom Observers freiwerdenden Stunden mit einem Blick in das Vorkosiverse füllen möchte, der kann das am einfachsten mit den englischsprachigen E-Books tun. Auch die englischen Taschenbücher sollten über entsprechende Händler einfach zu bekommen sein. Doch für die deutschen Ausgaben hilft nur die Suche auf den einschlägigen Gebrauchtseiten. Die Preise sind derzeit durchaus akzeptabel.

Ich würde empfehlen, die Bücher in der Reihenfolge ihrer Handlungschronologie (siehe unten) zu lesen. Die Figuren über einen längeren Zeitraum zu begleiten, führt gerade bei dieser Serie zu einer tieferen Verbundenheit und fördert den Genuss einiger späterer Entwicklungen. Denn bei den Barrayar-Büchern wird mitnichten am Ende der große Reset-Knopf gedrückt, so dass alles wieder ist wie vorher. Ganz im Gegenteil, es gibt teilweise einschneidende Veränderungen und Figurenentwicklungen.

Ein Wort der Warnung noch an Technikfetischisten: für euch ist diese Serie eher nicht geeignet. Natürlich gibt es Technologien wie Wurmlochsprünge, Bodengleiter, Nervendisruptoren und Klonen, aber sie sind halt einfach da und werden nicht großartig erklärt. Das führt aber dazu, dass die Bücher trotz eines Zeitraumes von rund 30 Jahren, in denen sie entstanden sind, ein konsistentes Bild zeigen und auch heute noch in dieser Hinsicht gut zu lesen sind, ohne veraltet zu wirken.

Oder, um den ganzen Zyklus noch mal mit den Worten seiner Schöpferin zusammenzufassen:

»I don’t see SF as „about“ science, but rather as about human response to science-driven change.« Lois McMaster Bujold, »Dreamweaver’s Dilemma«

So sehe ich das auch. Und jetzt: lest! Der Barrayar-Zyklus (handlungschronologisch, basierend auf den Sammelbänden von Heyne):

  • Cordelias Ehre
    • Scherben der Ehre
    • Barrayar
  • Der junge Miles
    • Der Kadett
    • Die Berge der Trauer (Erzählung)
    • Der Prinz und der Söldner
  • Gefährliche Missionen
    • Cetaganda
    • Ethan von Athos
    • Labyrinth (Erzählung)
  • Der Doppelgänger
    • Die Grenzen der Unendlichkeit (Erzählung)
    • Waffenbrüder
    • Spiegeltanz
  • Die Revolte
    • Viren des Vergessens
    • Komarr
  • Der Botschafter
    • Botschafter des Imperiums
    • Geschenke zum Winterfest (Erzählung)
    • Diplomatische Verwicklungen
  • Captain Vorpatril’s Alliance (nicht auf Deutsch erschienen)
  • CryoBurn (nicht auf Deutsch erschienen)

Weiterführende Links:

Leseliste 2014

Wie schon in den vergangenen Jahren, so stelle ich auch dieses Mal völlig kommentarlos die Liste meiner Lektüren im vergangenen Jahr ein. Mit 81 Einträgen ist die etwas kürzer geraten, dafür ist die Rezensionsquote um eine Winzigkeit gestiegen. Für beides gibt es aber noch Luft nach oben. Titel, zu denen ich mich schon ausführlicher geäußert habe, sind verlinkt.

  1. Nautilus 101
  2. Nautilus 102
  3. Fandom Observer 295
  4. Aventurischer Bote 148
  5. Effective Programming: More than Writing Code
  6. Nautilus 103
  7. Fandom Observer 296
  8. Im Sog der Zeit (Void 3)
  9. Das Haus der blauen Aschen (D9E #2)
  10. Aventurischer Bote 163
  11. Rettungskreuzer Ikarus 11: Die Erleuchteten
  12. Schluss mit Schreibblockaden
  13. Drei Seiten für ein Exposé
  14. Die Geburt einer Stahlratte
  15. iX 01/2011: Programmieren heute
  16. Digitale Fotopraxis
  17. Harry Potter und der Stein der Weisen
  18. Maddrax 360: Statthalter des Bösen
  19. Maddrax 361: Unter dem Eis
  20. Maddrax 362: Das Weiße Grab
  21. Maddrax 363: Der Kurier der Kristianer
  22. Ein Kristall in fremden Himmeln (D9E #3)
  23. Federwelt 105
  24. Andromeda Nachrichten 244
  25. Fandom Observer 298
  26. Maddrax 364: Hinter der Maske
  27. Tentakelschatten (Tentakel 1. In: Tentakel – Der erste Krieg)
  28. Fandom Observer 299
  29. Phantastisch 54
  30. Maddrax 365: Ein Käfig aus Zeit
  31. Die TEK-Verschwörung (TEK 1)
  32. Maddrax 366: 1000 Jahre wie ein Tag
  33. Andromeda Nachrichten 245
  34. Fandom Observer 297
  35. Aventurischer Bote 164
  36. Death Masks: Dresden Files 5
  37. Federwelt 106
  38. Maddrax 367: Techno-Amazonen
  39. Perry Rhodan – Stardust 1
  40. Rettungskreuzer Ikarus 12: Verschollen im Nexoversum
  41. Aventurischer Bote 165
  42. Fandom Observer 300
  43. Ein Leben für Leeluu (D9E #5)
  44. Maddrax 368: Die Gott-Maschine
  45. Phantastisch 53
  46. Der Schwarm der Trilobiten (D9E #4)
  47. Das elegante Universum
  48. phantastisch! 55
  49. Das Restaurant am Ende des Universums (Hitchhiker’s 2. In: Sammelband)
  50. Maddrax 369: Die Kunst des Überlebens
  51. Maddrax 370: Feindkontakt
  52. Maddrax 371: Der Duft der Erkenntnis
  53. Maddrax 372: Die Vulkantaucher
  54. Maddrax 373: Der Herr der Seelen
  55. Maddrax 374: Heimkehr eines Toten
  56. Maddrax 375: Memorial Day
  57. Aventurischer Bote 166
  58. Nautilus 104
  59. Maddrax 376: Matthew Drax – vermisst
  60. Die Feuertaufe (Bolitho #1)
  61. Strandwölfe (Bolitho #2)
  62. Aventurischer Bote 149
  63. Bruderschaft der See (Bolitho #3)
  64. Kanonenfutter (Bolitho #4)
  65. Maddrax 377: Auf dem Dach der Welt
  66. Federwelt 108
  67. Clean Code
  68. Rettungskreuzer Ikarus 13: Das Leid der Schluttnicks
  69. Corona-Magazin 1/2014
  70. Peter Pan (Children’s Books in Easy Spanish)
  71. phantastisch 56
  72. Rettungskreuzer Ikarus 14: Phönix
  73. Corona-Magazin 2/2014
  74. Federwelt 104
  75. Black Ice
  76. Spanisch Hacker
  77. Machine of Death
  78. Control
  79. Corona-Magazin 3/2014
  80. Zerfetzte Flaggen (Bolitho #5)
  81. Federwelt 109