(Gern-)Gelesen: William Shatner mit David Fisher – Spock und ich. Mein Leben mit Leonard Nimoy

Wie schon in den beiden Vormonaten, so konnte die Reise-durch-die-Genres-Challenge vom Gerngelesen-Blog auch im März wieder dazu beitragen, meinen Stapel ungelesener Bücher um ein Element zu reduzieren. Diesmal handelte es sich (gemäß Monats-Thema) um eine Biographie, die erst zwei Wochen zuvor als Geburtstagsgeschenk seinen Platz darauf gefunden hatte: „Spock und ich. Mein Freund Leonard Nimoy“ von William Shatner mit (vermutlich reichhaltiger) Unterstützung durch David Fisher. (Immerhin bekommen Shatners „Co-Autoren“ inzwischen auch ihren offiziellen Platz auf dem Umschlag.)

Ich vermute, dass den meisten Leuten, die sich auf diesen Blog verirren, die Namen Leonard Nimoy und William Shatner etwas sagen und wenn nicht, dann zumindest die Namen ihrer ikonischen Rollen, die sich tief ins popkulturelle Geflecht der (westlichen) Welt gebettet haben: Spock und Kirk. Wissenschaftsoffizier und Kommandant des (produktionshistorisch) ersten Raumschiffs Enterprise. Oder Hirn und Muskel der Serie, je nach Perspektive.

Vor über 50 Jahren haben die beiden sich also bei den Dreharbeiten kennengelernt, drei Jahre miteinander gearbeitet und sind dann vermeintlich ihrer eigenen Wege gegangen. Doch das Phänomen, das Star Trek im Laufe der Zeit wurde, ließ die beiden nicht voneinander loskommen. Wie sich das Verhältnis der beiden vom anfänglichen Neid Shatners auf die Popularität von Nimoy und Spock hin zu einer auf Conventions und Filmdreharbeiten geschmiedeten Freundschaft wandelte, die (mehr oder weniger) bis zu Nimoys Tod im Jahre 2015 währte, wird in diesem Buch aus Shatners Perspektive erzählt. Aber auch das Leben und die Karriere beider Schauspieler vor Star Trek findet in einer Art Parallelmontage seinen Platz.

Das ist alles durchaus gefällig geschrieben und mit der ein oder anderen Anekdote gespickt, die jedoch oft nicht so pointiert daherkommen, wie ich es mir wünschen würde. Vor allem habe ich nach dem Lesen des Buches nicht das Gefühl, mehr über Leonard Nimoy zu wissen, als zuvor. Sicherlich gibt es einige Aspekte, die mir so nicht (mehr) bewusst waren, beispielsweise Nimoys recht zerrüttetes Verhältnis zu Roddenberry oder das ganze Ausmaß seiner Alkoholabhängigkeit, aber wenn jemand ein Buch über seinen erklärtermaßen besten Freund schreibt, dann erwarte ich mir doch mehr davon.

Hinzu kommt, dass ich die Struktur des Buches teilweise als verwirrend empfand. Natürlich ist es als Biographie vorrangig chronologisch erzählt, doch greift Shatner immer mal wieder auch vor oder geht auf vergangene Ereignisse noch mal unter einem anderen Gesichtspunkt ein. Das wäre ja auch in Ordnung, wenn es einzelne thematische Kapitel wären, die das Leben Nimoys ausleuchten, aber so kommt es mir vor, als wäre es weder Fisch noch Fleisch.

Als Fazit hat das Buch also für diejenigen, die sich mit den Hintergründen und der Geschichte von Star Trek bereits auskennen, leider wenig Neues zu bieten. Und für alle anderen ist das Buch vielleicht etwas zu speziell, da Nimoy auch eher wenig losgelöst vom Star-Trek-Kontext als Person dargestellt wird, die generelles Interesse auslösen könnte. (Was er in der realen Welt sicherlich getan hat, wie das Buch auch behauptet, aber leider nicht erfahrbar macht.)

Ein Gedanke zu „(Gern-)Gelesen: William Shatner mit David Fisher – Spock und ich. Mein Leben mit Leonard Nimoy

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