Auf den Ohren: M wie Methodisch inkorrekt

Im zweiten Beitrag zu »Auf den Ohren« möchte ich heute meinen derzeitigen Lieblingspodcast vorstellen: »Methodisch inkorrekt«. Diesen Podcast habe ich durch eine Sendung in einem anderen Podcast, nämlich »Omega Tau – Wissenschaft und Technik im Kopfhörer« entdeckt, in dem die beiden Macher dieses Podcasts interviewt wurden.

Wer macht’s?

Zwei Physiker von der Universität Duisburg-Essen, die im Bereich der Kohlenstoffschichten forschen (darum ging es übrigens in besagter Omega-Tau-Sendung), Nicolas Wöhrl und Reinhard Remfort. Neben Lehre, Forschung und Podcasten betreiben die beiden auch noch Nachwuchswerbung durch die Veranstaltung von Vorlesungen für Kinder, bei denen wohl auch schon mal ein Hörsaaldach in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Kind nach so einer Veranstaltung nicht Physiker werden will.

Worum geht’s?

Um Wissenschaft, aber nicht nur, oder sogar vor allem nicht um Phyisk. Jeder der beiden nimmt sich in jeder Sendung zwei wissenschaftliche Paper vor, die in letzter Zeit veröffentlicht wurde, und stellt sie dem anderen vor. Dann reden die beiden darüber und versuchen mit ihren wissenschaftlichen Sachverstand die Hintergründe sich selbst und den Zuhörern zu vermitteln. Die Vielfalt der Themen ist dabei querbeet gemischt und ist abhängig davon, was den beiden so an interessanten Papern über den Weg gelaufen ist und führt zu Titeln wie: »Jamba gegen Schmerzen«, »Du isst, was du bisst« oder »Like a Rolling Stone«, hinter denen sich im Endeffekt Beiträge aus den Bereichen »Verhaltenstherapie«, »Mikrobiologie« oder »Geologie« verbergen. Wie man diesen Titeln schon entnehmen kann, geht es dabei nicht bierernst zu, sondern immer unterhaltsam. Die einzelnen Podcast-Folgen heißen dann zum Beispiel »Darmzombies« oder »Spülzimmer«.

Bei den Themen sind natürlich auch immer wieder welche dabei, die für Autoren, deren Bücher ein Maß an moderner Wissenschaft vertragen (sei es also beispielsweise Science-Fiction oder Thriller) sehr inspiriertend sein können.

Neben diesem Rückgrat der Sendungen gibt es noch regelmäßig ein (alltags-)physikalisches Experiment, ein China-Gadget, merkwürdige Musik, wie zum Beispiel das Bonnie-Tyler-Cover »I integrate by parts« und jede Menge Bier. Und natürlich werden auch noch Zuschauerfragen beantwortet.

Wann kommt’s?

Alle vierzehn Tage mehr oder weniger Dienstags. Die Länge der drei oder vier der insgesamt 35 Sendungen, die ich bisher gehört habe, lag jeweils bei deutlich über zwei kurzweiligen Stunden.

Was gefällt?

Auch hier nichts zu meckern. Lehrreich, unterhaltsam, authentisch, mit haufenweise nerdigen Anspielungen und jeder Menge Humor. Auch technisch ist die Sendung makellos.

Was nicht so?

Da fällt mir jetzt tatsächlich nichts zu ein.

Highlight-Episoden

Von den Episoden, die ich bislang gehört habe, kann ich keine besonders hervorheben. Ich fand alle hervorragend. Überzeugt hatte mich der Podcast beim Probehören der ersten Sendung übrigens mit dem Satz: »Ja, geiler Film! Den habe ich neulich mit meiner Tätowiererin und ihrem Freund zusammen gesehen.« Das ist nicht unbedingt das, was man typischerweise in einem Wissenschafts-Podcast erwartet, aber zeigt schön, worauf ihr euch beim Hören einlasst.

Woher krieg ich’s?

http://www.methodisch-inkorrekt.de, natürlich mit ausführlichen Shownotes, Kapitelsprungmarken im Podcastplayer und Links auf die behandelten Paper. Und natürlich hat MInkorrekt, wie der Podcast in Kurzform heißt, auch einen Twitteraccount.

Ein Gruß an die Macher

Vielen Dank für die unterhaltsamste Form der Wissensvermittlung, die mir seit langem untergekommen ist. Ich höre euch mit großem Vergnügen.

Und jetzt: surfet hin und ladet euch einen Podcast!

Ein Gedanke zu „Auf den Ohren: M wie Methodisch inkorrekt

  1. Vielen Dank für diese „Laudatio“ und natürlich auch fürs hören. Da wird man ja ganz verlegen…

    Gruß von den Minkorrekten!

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