Gelesen: Dirk van den Boom – Tentakelschatten (Tentakelkrieg 1)

Worum geht es?

Die Besatzung eines veralteten kleinen Torpedobootes gehören zu den ersten, die mitbekommen, dass das nach einem Kolonialkrieg geschwächte terranische Reich soeben seinen Erstkontakt mit einer außerirdischen intelligenten Rasse hatte. Und der besteht darin, dass ein einzelne Scouts in verschiedenen Sonnensystemen die Abwehrbereitschaft der Menschen testen. Es wird schnell klar, dass den Aggressoren nicht viel entgegenzusetzen ist. Außerdem warten da, wo die Scouts herkamen, noch ganze Invasionsflotten. Und während die die ersten Systeme einnehmen, ist die Führung der Menschheit eher mit Intrigen untereinander beschäftigt, als damit, eine effektive Verteidigung zu organisieren. Währenddessen beginnt auf den gefallenen Planeten der Kampf um das nackte überleben.

Was gefällt?

Das ist gradlinige Military-Science-Fiction ohne Schnörkel. Dadurch, dass es auch Szenen gibt, die aus der Perspektive der Invasoren geschrieben wurden, wird aber schnell klar, dass diesen nicht pauschal das Prädikat „böse“ verpasst werden kann, sondern dass sie tatsächlich einfach fremd sind und an ihr Verhalten keine menschlichen Bewertungsmaßstäbe angelegt werden können.

Die verschiedenen Handlungsstränge ergänzen sich schön und zeichnen ein umfassendes Bild einer wenig wünschenswerten, aber nicht abwegigen Zukunft für die Menschheit. Action, Intrige, Planung und Emotion halten sich dabei die Waage.

Ein ausgefallenes Detail ist dabei, dass die Dienstränge nicht wie üblich auf angloamerikanischer Tradition aufbauen, sondern dem französischen Sprachraum entnommen sind.

Was gefällt nicht?

Die französischen Dienstränge haben mich zunächst auf eine falsche Fährte geführt: bei einem »Marechal« handelt es sich Mitnichten um einen (Feld-)Marschall, sondern um einen Unteroffizier.

Einige Darstellungen sind recht dicht am Klischee, insbesondere die aufrechten Soldaten/Offiziere, die von machtgierigen Admiralen verheizt werden; die selbstsüchtigen Lokalpolitiker und Wirtschaftsfunktionäre etc. Aber das stört nicht sonderlich und sorgt vielmehr dafür, dass man schnell in die Geschichte hineinfindet.

Unschöner fand ich dann schon, dass das Buch mitten in der Handlung endet und viele Punkte offen lässt. Glücklicherweise besitze ich den Omnibus, der die komplette erste Tentakel-Trilogie beinhaltet, so dass ich jederzeit nach Wunsch mit der Lektüre fortfahren kann.

Fazit

Dirk van den Boom hat hier einen rasanten Auftakt zu einer MilSF-Serie hingelegt, die inzwischen auf sechs Bände angewachsen ist. Ich freue mich auf die fünf, die noch vor mir liegen.

Ein Gedanke zu „Gelesen: Dirk van den Boom – Tentakelschatten (Tentakelkrieg 1)

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