Leseprobe: »Operation Heal«

Aus Anlass der KLP-Nominierung gibt es heute als Leseprobe etwa das erste Viertel meiner Geschichte »Operation Heal«. Wem das gefällt, der kann den Rest der Geschichte zusammen mit drei weiteren in der Anthologie »Blackburn« aus dem Verlag p.machinery für nur 5,90 EUR käuflich erwerben, z. B. bei Amazon.

Viel Vergnügen.

 

Operation Heal

Amerika hat – nein, wir haben in dem letzten Jahrzehnt der Welt nicht so gedient, wie unsere Position in der Welt, wie unsere Verantwortung für die Welt es von uns, von Amerika verlangt.

Im Gegenteil, Amerika hat – nein, wir haben in dem letzten Jahrzehnt der Welt Schaden zugefügt.

Das letzte Jahrzehnt ist vorbei. Das letzte Jahrhundert ist vorbei. Das letzte Jahrtausend ist vorbei. Wir leben in einer neuen Zeit. Einer Zeit für ein neues Amerika, ein Amerika des neuen Jahrtausends. Ein Amerika, das die Größe besitzt, der Welt zu dienen, der Welt zu helfen, die Welt zu heilen.

Wir werden – nein, Amerika wird die Welt heilen von den Wunden, die nicht nur wir ihr zugefügt haben.

Für dieses Amerika stehe ich. Dieses Amerika werde ich erschaffen. Mit Ihrer und mit Gottes Hilfe.

Aus der Antrittsrede von Präsident Ashton J. Jacobs, 20. Januar 2001.

 

Am dritten Tag unserer Aufklärungsfahrt durch das Operationsgebiet stießen wir auf eine Ansiedlung aus acht improvisierten Gebäuden bei den Koordinaten +0° 2’ 45.87″, +40° 21’ 52.21, die um eine kleine Wasserquelle herum angeordnet waren. Wir umrundeten sie in unserem Fahrzeug. Über die Infrarotkameras konnten wir um die zwei Dutzend Individuen ausmachen, die sich zwischen ihren Blech- und Strohhütten verbargen. Eine unbekannte Zahl an Individuen war innerhalb der Hütten zu vermuten. Die Vorfallsrestbelastung lag im erwarteten Rahmen (siehe Messprotokoll im Anhang).

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»Operation Heal« für den Kurd Laßwitz Preis nominiert

Letzte Woche habe ich es ja schon angedeutet, jetzt ist es offiziell: »Operation Heal«, mein Beitrag zur Anthologie »Blackburn« aus dem Verlag p.machinery, ist für den Kurd Laßwitz Preis nominiert worden. Das ist der Hammer!

Ich freue mich sehr darüber, insbesondere weil es mich in der Vorstellung bestätigt, dass das, was ich hier mache, nicht so ganz schlecht sein kann. Und das ist eine Erfahrung, die vermutlich jeder gerne macht.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Abstimmung ausgeht, denn Autoren wie Marcus Hammerschmitt, Thorsten Küper und Michael Marrak sind nun natürlich nicht gerade Kanonenfutter. Für mich wäre es schon eine Freude, wenn ich nicht als solches ende 🙂

Auch wenn es nach klischeehafter Political Correctness klingt: ich sehe es schon als Gewinn, mich mit den Mitnominierten in einem Atemzug nennen zu dürfen und wünsche ihnen allen viel Glück!

Zum Stand der Schreibdinge XV

Kurz nach dem letzten Beitrag zu diesem Thema verließ mich der Schwung.

Ich könnte jetzt einwenden, dass ich die Zeit brauchte, um eine Kurzgeschichte zu schreiben (die übrigens im nächsten Band der phantastischen Miniaturen der Phantastischen Bibliothek Wetzlar zum Thema Brandschutz erscheinen wird) und um Plot, Figuren und Exposé für einen richtigen Roman zu erarbeiten, den ich zu schreiben in Betracht ziehe. Das wäre nicht ganz verkehrt, aber es wäre auch nicht die ganze Wahrheit.

Denn die lautet: es kostet viel mehr Kraft, neuen Schwung zu holen, wenn man stehengeblieben ist, als einfach immer weiter zu machen. Dennoch ist es so verlockend, einfach mal einen Tag Pause zu mache, dann vielleicht mal zwei am Stück und dann würde es ja auch ganz gut passen, erst nächste Woche weiterzuschreiben und dann … ist ein Monat vorbei und am Text ist nichts passiert.

Aber was soll’s. Über Vergangenes zu Jammern bringt sowieso nichts, also nehme ich mir für die Zukunft lieber wieder mehr Regelmäßigkeit im Schreiben vor. Ihr werdet erfahren, ob ich mich daran gehalten habe.

Übrigens: mein Beitrag zum letzten Band der phantastischen Miniaturen fand Erwähnung in der Rezension von »Das Universum der Düfte« im Fandom Observer 297. Lest mal rein, wenn ihr neugierig seid.

Gelesen: Harry Harrison – Die Geburt einer Stahlratte

Vor etwa 20 bis 25 Jahren habe ich dieses Buch gelesen und hatte es in guter Erinnerung, so dass das Wiederlesen (und eventuelle Vervollständigen der Serie) schon immer auf meiner gedanklichen Leseliste stand. Nun bot es sich sozusagen zu Recherchezwecken an und ich habe den Band endlich aus dem Regal gezogen. (Ja, tatsächlich als echtes Buch. War schon ein merkwürdiges Gefühl in der Bahn. Ich fühlte mich ein wenig wie ein Neanderthaler 😉 ).

Worum geht es?

Jim di Griz marschiert an seinem siebzehnten Geburtstag mit einer Pistolenattrappe in eine Bank und gibt sich alle Mühe, bei diesem Überfall erwischt zu werden – was gar nicht so einfach ist, da in der galaktischen Liga, der seinHeimatplanet Bißchen-Himmel angehört, das Verbrechen so gut wie ausgerottet und Bankangestellte sowie Polizei dementsprechend unvorbereitet sind.

Doch Jim hat sich fest vorgenommen, ein Superverbrecher zu werden, da er der Meinung ist, dass er einzig in diesem Metier alle seine Fähigkeiten zu seinen Gunsten ausspielen kann.

Daher hat er diesen Plan gefasst, um im Gefängnis mit echten Verbrechern in Kontakt zu kommen. Doch leider hatte er nicht berücksichtigt, dass die wirklich guten Verbrecher nicht diejenigen sind, die im Gefängnis sitzen. Aber immerhin bringt ihn einer der einsitzenden Schlagetots auf die Spur des Meisterdiebs »Der Läufer«.

Jim bricht aus und zieht einen Coup in einem großen Vergnügungspark durch, bei dem er die Visitenkarte des Läufers zurücklässt, in der Hoffnung, dass dieser mit ihm Kontakt aufnimmt. Und sein Wunsch geht in Erfüllung.

Was gefällt?

Die Idee eines galaktischen Gauners gefällt mir. Und ansonsten? Das Buch ist angenehm zu lesen und (für heutige Verhältnisse) mit rund 280 Seiten nicht zu dick.

Was gefällt nicht?

Wo soll ich anfangen?

  • Jim ist ein Superheld, dem alles gelingt, was er anpackt. Er ist nicht nur intellektuell allen Mitmenschen überlegen, sondern hat auch in kürzester Zeit Judo gelernt, womit er jeden Gegner entwaffnen kann. Kein Schloss oder anderes mechanisches Gerät ist vor seiner Fingerfertigkeit sicher. Und ein Meister der Verkleidung ist er auch noch, so dass er sogar seine Mutter täuschen kann. Er leistet sich keine einzige Schwäche, und das ist langweilig.
  • Das Technologielevel der Welt wirkt unrealistisch. Zum Beispiel haben fast sämtliche Türen mechanische Schlösser, die Jim mit seinem Dietrich, den er im Schuh versteckt hat, öffnen kann. Dieser Schuh wird ihm übrigens nicht einmal im Gefängnis weggenommen, so dass Jim dort einfach hinausspazieren kann. Selbst in den 80ern hätte da etwas mehr Weitsicht von Seiten des Autors stattfinden können. (Es mag höchstens noch der Tatsache geschuldet sein, dass dieser Band ein Prequel zu einer Serie ist, die bereits in den 60ern gestartet ist.)
  • Der Humor ist schlecht gealtert. Eine Fast-Food-Kette namens McSchweins ist heutzutage irgendwie nicht mehr richtig lustig. Stellenweise liest sich das wie eine 80er-Jahre-Komödie (einschließlich des zugehörigen Machismo).
  • Die Handlung hat keine klare Linie. Am Anfang hat Jim ein klares Ziel und verfolgt es. Schön und gut. Aber ab ungefähr der Hälfte wird er nur noch von einem zufälligen Ereignis in das nächste gerissen und schlägt sich so durch. Zu keinem Moment aber nimmt er das Steuer in die Hand, so dass eine Entwicklung bei der Figur zu erkennen wäre.

Was kann man als Autor lernen?

Sei vorsichtig mit Humor. Der kann nicht nur schnell daneben gehen, sondern auch schnell altern.

Gönne deiner Figur auch die eine oder andere relevante Schwäche, um sie realistisch und sympathisch zu machen.

Halte deine Handlung im Zaum. Am Ende sollte der Held die Handlung bestimmen und nicht andersrum.

Fazit

Dieses Wiederlesen war eine große Enttäuschung. So schnell werde ich wohl nicht zu den nächsten Bänden der Serie greifen.