Warmschreiben 5

04.01.2014

Das gottverdammt Dämlichste, was man wohl machen kann, wenn man sich vorgenommen hat, die Geschichte, an der man arbeitet, an diesem Wochenende über die 100.000-Zeichen-Marke zu hieven, ist wohl, am Samstagabend bis nach Mitternacht vorm Nicht-Schreib-Computer zu sitzen, laufend Twitter zu aktualisieren und zu hoffen, dass der nächste Tweet es wert sein werde, seine Vorsätze aufzugeben. (Zur Info: er war es nicht, aber das dürfte kaum überraschen.)

Aber auch wenn ich den 100k-Vorsatz fürs Wochenende mehr oder weniger aufgegeben habe (ich glaube halt nicht daran, dass mir alleine morgen rund 17k gelingen – obwohl es natürlich nicht ausgeschlossen ist), so gebe ich meinen 3kPerDay- bzw. inzwischen 3.5kPerDay-Vorsatz nicht auf. Aber da ich zu müde bin, um etwas wirklich Sinnvolles von mir zu geben, gibt es mal wieder einen Warmschreibetag.

Allerdings vermeide ich es, das kleine Teufelchen ins Spiel zu bringen. Er soll nicht wissen, dass ich seine Hilfe benötige, um meine Ziele einzuhalten. Wenn er es wüsste, würde er es mich immer spüren lassen, dass ich ohne ihn nicht klar gekommen bin. Soll er doch in seinem Verzeichnis vergammeln.

Stattdessen schreibe ich jetzt hier einfach so vor mich hin. Als ich das das letzte Mal gemacht habe (letztes Jahr übrigens 😉 ) hat es mir immerhin geholfen, den Faden meiner eigentlichen Geschichte wiederzufinden und weiterzuspinnen. (Deswegen wird Warmschreiben 4 auch nicht im Blog auftauchen, bevor nicht die Geschichte, die daraus entstanden ist, veröffentlicht ist. Wegen der Verderber und so. Verzeihung.) So ganz verkehrt ist es also nicht gewesen. Vielleicht ergibt sich ja auch heute noch etwas Nützliches.

So, jetzt muss mir aber noch mal irgendwas einfallen, sonst fange ich an, sinnlos Wörter vor mich hinzuschreiben. Aber auch das kann ja vielleicht hilfreich sein. Vielleicht ein kleines Assoziationsspiel oder so? Jedes neue Wort muss mit dem Endbuchstaben des letzten anfangen. Ok, abgemacht. Soll ja kreativitätsfördernd sein, so ein Spielkram. Also beginnen wir mal mit:

Apfel – Lagerhaus – Seebestattung – Günstling – Genom – Medizin – normal – Leuchtturm – Metro – Oktober – Ronaldo – Opernhaus – Seife – Einhorn – Nebelbank – Kundendienst – Türstopper – Rücklicht – Teetasse – Elefantenhaus – siebzehn – Nordlicht – Truffaut – Tupperdose – Eissegeln – Nordpol – Lockruf – Fontanelle – Erzgebirge – Eisenzeit – Tauwetter – Regenwetter – Rüssel – längsseits – Südpol – Lametta – Angelhaken – Niveaulosigkeit – Trampolin – Nadel – Licht – Trottel – … mir gehen die Assoziationen aus 😦

Und nun? Was solls, ein Satz pro Wort:

Der rote Apfel duftete verführerisch unter der schweren Vanillecreme.

Jenseits das Lagerhauses rissen die Reflexionen heranrasender Blaulichter den Himmel in Stücke.

Ein Schiff, von dem aus eine Seebestattung stattfindet, hatte Nils sich irgendwie … seetüchtiger vorgestellt.

Francois war gemeinhin bekannt als Günstling seiner Tante Veronique.

»Haben Sie denn nicht die Analyse seines Genoms gesehen?«

»Wenn du diesen kleinen Schluck Medizin nicht freiwillig einnimmst, wirst du dich den Konsequenzen stellen müssen, die daraus erwachsen!«

›Normal ist, was man daraus macht‹, dachte Enrique sich, bevor er zu dem Skalpell griff und den Einschnitt über dem linken Schlüsselbein begann.

Dieser Leuchtturm würde für die nächsten drei Monate seine Aufgabe, seine Heimat und seine Geliebte sein.

Es war das übliche Gedränge in der Metro an diesem Donnerstag, an dem Ekaterina mehr als nur ihrer Handtasche verlustig ging.

Fortsetzung folgt (bestimmt) …

2 Gedanken zu „Warmschreiben 5

  1. Die Warmschreibmühen haben sich hoffentlich trotzdem gelohnt. Zumal ich diesen Satz klasse finde:

    „Ein Schiff, von dem aus eine Seebestattung stattfindet, hatte Nils sich irgendwie … seetüchtiger vorgestellt.“

    Klingt nach einem guten ersten Satz für eine Geschichte oder ein Buch ;D

    • Auf jeden Fall haben sie sich gelohnt. Allein schon, um das Schreiben zur täglichen Gewohnheit zu machen.
      Und die eine oder andere Inspiration für zukünftige Geschichten kommt ja auch noch dabei raus – wie zum Beispiel der von dir zitierte Satz.
      Und im Endeffekt habe ich lieber 4000 Zeichen Unsinn geschrieben als gar nichts.

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