Leseliste 2012

Hier mal völlig unkommentiert all das, was ich 2012 gelesen habe. Zu dem einen oder anderen werde ich mich eventuell in Zukunft noch mal dediziert äußern. Wo ich das schon getan habe, gibt es einen Link.

  1. Maddrax 308: Ein Planet wird vermisst
  2. Frühstück für Sherlock Holmes
  3. Nautilus 94
  4. Fandom Observer 271
  5. Maddrax 309: Die Rache der Hydriten
  6. Maddrax 310: Auf gewagtem Kurs
  7. Maddrax 311: Der Weg des Bösen
  8. Fandom Observer 270
  9. UBIK
  10. Nova 17
  11. Die Sterngeborenen
  12. Maddrax 312: Die dunkelste Stunde
  13. Rettungskreuzer Ikarus 1 – 3 (Sammelband)
  14. Maddrax 313: Der verlorene Pfad
  15. Maddrax 314: Exodus
  16. Nautilus 96
  17. Trügerisches Bild: Ein Auftrag für Spenser
  18. Psycho Shots #1
  19. Jagdzeit
  20. Barrayar: Der Botschafter
  21. Emotio
  22. Nacht und Dunkelheit
  23. Eine kurze Geschichte von fast allem
  24. Fandom Observer 266
  25. Fandom Observer 267
  26. Fandom Observer 268
  27. Leviathan erwacht
  28. Fandom Observer 269
  29. Fandom Observer 272
  30. Fandom Observer 273
  31. Fandom Observer 274
  32. Fandom Observer 275
  33. Fandom Observer 276
  34. Nautilus 95
  35. Nautilus 97
  36. Nautilus 98
  37. Vorkosigan Companion
  38. Die Steampunk-Chroniken: Æthergarn
  39. Nautilus 99
  40. Cryoburn
  41. Geek! 1
  42. Honor Harrington 5: Im Exil
  43. Absätze
  44. Honor Harrington 6: Ehre unter Feinden
  45. Rettungskreuzer Ikarus 4: Die Spielhölle
  46. Fandom Observer 277
  47. Star Wars: Die Erben des Imperiums
  48. Rettungskreuzer Ikarus 5: Requiem
  49. Star Wars: Die dunkle Seite der Macht
  50. Star Wars – Das letzte Kommando
  51. phantastisch! 45
  52. Rettungskreuzer Ikarus 6: Konvoi
  53. Fandom Observer 278
  54. Die Letzten der Menschheit
  55. Phantastisch! 46
  56. Gallaghers Mission
  57. Phantastisch! 47
  58. 2012 1: Botschaft aus Stein
  59. 2012 2: Der »Mann in Weiß«
  60. 2012 3: Tödliches Vermächtnis
  61. 2012 4: Spuren der Vergangenheit
  62. 2012 5: Der Conquistador
  63. 2012 6: Prophet der Apokalypse
  64. 2012 7: Ein Grab im Dschungel
  65. 2012 8: Der zeitlose Raum
  66. 2012 9: Die Weltuntergangsmaschine
  67. 2012 10: Im Bann der Loge
  68. 2012 11: Menschheitsdämmerung
  69. 2012 12: Die Nadel der Götter
  70. Kaiserkrieger 4: Der Aufstand
  71. Fandom Observer 279
  72. Maddrax 315: Apokalypse
  73. Maddrax 316: Die Pest in Venedig
  74. Maddrax 317: Die letzten Tage von Sodom
  75. Phase X 9 – Mobile Phantasien
  76. Maddrax 318: Im Land des Tyrannen
  77. Fandom Observer 280
  78. Maddrax 319: Paris – Verbotene Stadt
  79. Der ewige Krieg
  80. Das Science-Fiction-Jahr 2010
  81. Maddrax 320: Die Schlacht von Dapur
  82. Die fantastischen 6
  83. Maddrax 321: In 80 Welten durch den Tag
  84. Weltraumkrieger
  85. Captain Vorpatril’s Alliance
  86. Fandom Observer 281
  87. The Key
  88. Jurassic Park
  89. phantastisch! 48
  90. Geschichten aus dem Æther
  91. Proto Zoa
  92. Wind
  93. Fandom Observer 282

Leseprobe: Jenseits der Tür

Für alle, die sich bei diesem Wetter nicht vor die Haustür wagen, um Ostereier zu suchen, biete ich hier ein kleines Geschenk, das problemlos vom heimischen Sofa aus genossen werden kann: eine Leseprobe zu meiner unlängst im Magazin Zwielicht 3 erschienen Geschichte. Viel Spaß und frohe Ostern!

Jenseits der Tür

Teevke schrie. Mit aller Kraft einer Fünfjährigen trat sie auf den Käfig ein. Fiepend kauerte sich der Hamster in eine Ecke. Das Mädchen im Jeanskleid kippte den Käfig um und schob ihn durch den Raum bis er an einer Teppichkante hingen blieb und sich beide überschlugen. Teevke rappelte sich auf und schlug mit den Fäusten auf den Kasten. Der Riegel sprang von den überstrapazierten Streben und die Klappe fiel auf. Sie ließ sich auf die Knie sinken und steckte ihren Arm hinein. Zielstrebig glitt die Kinderhand auf den Hamster zu, der sich auf der Suche nach einem Fluchtweg panisch um sich selbst drehte. Fast hatte sie ihn gepackt, da sprang Kanzler Kohl vor und trieb seine Nagezähne in die Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger.

Schreiend schüttelte Teevke erst ihre Hand, dann den ganzen Körper. Dunkelbraune Locken schlugen ihr ins Gesicht; Tränen stiegen ihr in die Augen, ließen ihren Blick verschwimmen. So nahm sie von der Tür nur einen dunklen Fleck wahr, der durch ihr Blickfeld zitterte. Schließlich ließ Kohl von ihr ab und versteckte sich im Stroh. Schluchzend kam Teevke zur Ruhe und wischte sich die braunen Augen frei.

Mitten in der Wand, über dem kleinen Kieferntisch, auf dem ihre Malsachen lagen, befand sich eine Tür. Eine kleine, schwarze Tür, nur etwa so groß wie ihre Hand. Eine Tür, die Minuten vorher noch nicht dort gewesen war, als Teevke gemeinsam mit ihrer Mutter das Bild mit der Prinzessin und dem Frosch ausgemalt hatte. Bis das Baby im Schlafzimmer angefangen hatte zu schreien und ihre Mutter ihr gesagt hatte, sie müsse alleine weiter malen. Das sagte sie oft, seit das Baby da war. Immer musste sie alles alleine machen, weil sie schon groß war. Blödes Baby.

Teevke rutschte auf ihrer weißen Strumpfhose an den Tisch heran und stützte das Kinn auf. Die Tür bestand aus dunklem Holz und schien an der Wand zu kleben. Ein Summen ging von ihr aus, in das Teevke einstimmte.

Die blutende Hand des Mädchens glitt wie ein eigenständiges Wesen über die Tischplatte. Die glänzende Türklinke zitterte als würde jemand auf der anderen Seite daran rütteln. Die Augen starr auf die winzige Tür gerichtet pressten sich die Fingerspitzen auf das Messing. Kaum war der erste Widerstand überwunden, krachte die Tür auf. Auf einmal herrschte Stille. Teevke blickte in die finsterste Schwärze, die sie je gesehen hatte. Nicht einmal abends im Bett, wenn alle Lichter aus waren, war es so dunkel.

Unfähig zu einer Reaktion starrte das Mädchen weiterhin auf die Schwärze jenseits der Tür, die jetzt langsam über die Schwelle quoll, sich ausbreitete und dann immer schneller über den Tisch auf Teevke zu floss. Die Dunkelheit sammelte sich vor dem Gesicht des Kindes und türmte sich zu einem Kegel auf, aus dessen Spitze etwas wie ein Kopf erwuchs. Sekundenlang verharrten beide wie lang getrennte Freunde, die sich unerwartet wiedersehen. Teevke legte den Kopf schräg und die wabernde Masse imitierte die Bewegung. Das Mädchen lächelte. Es streckte die Hand aus und tippte mit einem Finger gegen den dunklen Kopf. »Uh.«

Teevke zog die Hand zurück und kicherte. »Du kitzelst. Das ist lustig.«

Sie drückte ihre Hand gegen das Fremde, bis sie es vor Lachen nicht mehr aushielt. »Willst du mein Freund sein?«

Die Schwärze wog hin und her, beugte sich zurück in Richtung Wand. Dann sprang sie das Kind an, dehnte sich aus, umfloss das Gesicht, den gesamten Kopf und sickerte durch Augen, Ohren, Nase und den zu einem erstickten Schrei geöffneten Mund in den Schädel. Nichts war mehr von ihr zu sehen außer dem Wabern schwarzer Punkte in Teevkes Augäpfeln und einer feuchten dunklen Spur auf dem Malbuch.

Teevke stand auf, drehte sich zu dem Hamsterkäfig um und steckte unbeirrt vom Fiepen des Hamsters ihre Hand hinein. Sie umgriff den Kopf des Tieres und drückte zu, immer fester, ohne sich vom Beißen und Kratzen ablenken zu lassen.

Ein bösartiges Lächeln kroch in ihr Gesicht, die Augen verengten sich: »Halt still, dann tut es nicht weh!«

Als sie spürte, wie der Schädel des Nagers in ihrer Hand zersplitterte, ließ sie den schlaffen Hamster mit einem Seufzen fallen. Rücklings stürzte sie zu Boden. Die Schwärze floss aus ihr heraus und ließ den reglosen Kinderkörper zurück.

Gelesen: Wächter des Morgen

Worum geht es?

Im fünften Band der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenko trifft der hohe Magier Anton von der Moskauer Nachtwache am Flughafen einen kleinen Jungen, der beginnt, ihm etwas zu prophezeien, in das anscheinend auch Antons Tochter Nadja, die mächtigste Magierin aller Zeiten verwickelt ist. Aber die Prophezeiung bricht ab, bevor sie vollendet ist. Nichtsdestotrotz hat sie das Interesse eines mächtigen Wesens geweckt, das als Tiger bezeichnet wird, und das sich auf die Spur des jungen Propheten setzt. Die Nachtwache versucht, den Jungen zu beschützen, doch der Gegner erweist sich als mächtiger als erwartet.

Was gefällt?

Das Setting mit Tag- und Nachtwache, Lichten und Dunklen, Hexen, Magiern und Vampiren in der Jetztzeit ist immer noch interessant. Die Stil leicht zu lesen, so dass die Seiten geradezu fliegen.

Was gefällt nicht?

Die Handlungsarmut. In der mittleren von wie immer drei Teilen passiert fast gar nichts. Anton fliegt durch die Weltgeschichte und besucht Leute. Stattdessen wird seitenlang moralisiert über Verantwortung, Pflicht, Vaterland. Straffer erzählt hätte der ganze Roman als erste Erzählung eines guten Bandes dienen können.

Außerdem fehlt die Interaktion mit der Tagwache, die nur ganz am Rande auftritt, die weitgespannten gegenseitigen Intrigen und Pläne, deren Umfang erst am Ende deutlich wird.

Und wie immer die Musikeinlagen.

Fazit

Die Luft ist raus. Wenn man den Band auslässt, verpasst man eigentlich nichts.

Wagt ihr einen Blick in das Zwielicht jenseits der Tür?

Wenn ja, dann empfehle ich euch das gerade erschienene Zwielicht 3 mit meiner darin enthaltenen Geschichte Jenseits der Tür. Jenseits der kleinen schwarzen Tür, die urplötzlich mitten in der Wand erscheint, als Teevke gerade ihren Wutanfall an ihrem Hamster ausleben will.

Wie ich kürzlich schon erwähnte, hat die Zwielicht-Reihe gerade Probleme damit, einen Printverlag zu begeistern (Zaunpfahl, liebe Verleger!), daher erscheint das Magazin vorerst nur als E-Book, zum Beispiel bei Amazon. Auch als ePub ist es erhältlich, doch da kenne ich mich mit den Bezugsquellen nicht so aus. Im Zweifelsfall einfach mal den Herausgeber fragen.

Neben meiner finden sich 14 weitere Geschichten sowie 6 Artikel, sowie einige Innenillustrationen von Lothar Bauer. Für schaurigen Lesespaß ist also gesorgt.

Schlagt zu – wenn ihr euch traut.

Zum Stand der Schreibdinge VII

Die Winterzeit war für mich nicht wirklich Schreibzeit. Weder hier im Blog (wie ihr sicherlich bemerkt habt), noch im Hinblick auf Geschichten.

Im November habe ich eine Zeitlang tapfer beim NaNoWriMo mitgeschrieben, bevor ich mich dann an die Überarbeitung eines Textes mit dem Namen »Totenruhe« machen musste. Das hat sich aber gelohnt, denn kürzlich erhielt ich die Benachrichtigung, dass die Geschichte, in einem der nächsten beiden Bände der Steampunk-Chroniken zum Thema »Gaslicht« erscheinen wird. Ich freue mich. (Und die Geschichte las ich kürzlich auch schon im Rahmen des Festival of Steam in Second Life.)

Apropos Steampunk-Chroniken: auch noch mal offiziell verkündet sei, dass »Befreiungsschlag« in Band 1.5, »Geschichten aus dem Æther« erschienen ist, wie ich im Zusammenhang mit meiner ersten Lesung in Second Life schon erwähnte. Inzwischen ist das Buch übrigens auch in gedruckter Fassung erhältlich. (Details findet ihr wie immer unter dem Menüpunkt »Geschriebenes«.)

Weniger gut sieht es im Moment für die schon angekündigte Veröffentlichung von »Jenseits der Tür« aus, da der Herausgeber im Moment noch auf der Suche nach einem (neuen) Verlag ist. Aber Michael wird das schon machen. (Falls natürlich einer meiner Leser zufällig einen Verlag betreibt und Interesse daran hat, die Horror-Anthologie-Reihe »Zwielicht« zu veröffentlichen, dann würde ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren freuen 😉 ).

Aktuell beende ich gerade eine Geschichte, die ich 2009/2010 begonnen hatte, da sie thematisch zu einer gerade laufenden Ausschreibung passt. Ich hoffe, ich bekomme die noch bis zum Ende des Monats fertig. Im Moment habe ich Schwierigkeiten, den Bogen zur geplanten Pointe zu schlagen, aber das wird schon noch.

Im Anschluss harren noch zwei weitere Geschichten der Überarbeitung, für die ich dann versuchen will, ausschreibungsunabhängig eine Veröffentlichungsmöglichkeit zu finden. Und dann ist da ja auch noch die im NaNoWriMo begonnene Kinderfantasy. Und eine Space-Opera-Romanidee beginnt auch, Formen anzunehmen.

Es gibt also genug zu schreiben, es muss nur noch getan werden.

In diesem Sinne: schreibt weiter, Autoren!