Mars kompakt: Maddrax 308 – Ein Planet wird vermisst

In den Tiefen des Weltalls vernimmt der Streiter endlich den Ruf eines Finders. Einen Ruf, der ihm mitteilt, wo sich die Beute versteckt, die er begehrt: auf der Erde. (Siehe Maddrax ca. 190 – 200.) Er macht sich auf den Weg.

Auf dem Mars, treffen sich Verschwörer der isolationistischen ProMars-Initiative mit dem Ziel, die Regierung auszuschalten und die Macht zu übernehmen.

Präsidentin Maya Tsuyoshi ahnt davon nichts. Sie wird mitten in der Nacht von ihrer Mutter zu den Waldleuten gerufen und trifft dort auf ihren ehemaligen Geliebten Windtänzer, der ihr von seinen Visionen über den Untergang des Mars berichtet. Maya assoziiert dies sofort mit der Warnung vor dem Streiter, die Matt dem Mars vor einiger Zeit verbunden mit der Bitte um Hilfe überbracht hatte.

Doch offiziell war Maya gezwungen gewesen, die Beziehungen zur Erde und das Raumfahrtprogramm einzustellen. Inoffiziell und ohne ihr Wissen hat ihr Mann, der ehemalige Militärpräsident Leto Angelis jedoch an einem Fernraumschiff weiterarbeiten lassen. Und er hat ohne ihr Wissen einen schlagkräftigen Geheimdienst aufgebaut. Dessen Stunde kommt, als ProMars tatsächlich einen Anschlag auf die Präsidentin verübt.

Das Raumschiff ist unterdessen auf dem Weg, um die Station auf dem Erdmond wieder in Betrieb zu nehmen. Dort macht die Crew eine furchtbare Entdeckung: Neptun schrumpft. Das kann nur bedeuten, dass der Streiter bereits viel näher ist als befürchtet. Eilig brechen die Marsianer mit einem Shuttle zur Erde auf, um Maddrax zu finden und mit ihm den hydritischen Flächenräumer am Südpol wieder in Betrieb zu nehmen. Die einzige Waffe, die man sich gegen den Streiter auszumalen weiß.

Nach rund vier Jahren ließ sich der Moment, in dem der Streiter auf der Bildfläche erscheint, wohl nicht weiter hinauszögern. Ich hatte diesem Moment nicht gerade entgegengefiebert. Denn zum einen schließt er an den Austraala-Zyklus an, aufgrund dessen ich eine rund zweijährige Lesepause bei Maddrax eingelegt hatte. Zum anderen greift er das Motiv des übermächtigen, völlig fremdartigen, schier unbesiegbaren Superwesens auf, das ich generell nicht sehr gut leiden kann. Bzw. es gibt selten eine gute Umsetzung, bei der die Menschen gegen diese Bedrohung wirklich schlüssig bestehen können. Zum Glück tritt der Streiter hier aber nur in drei, vier kurzen Szenen auf, so dass er noch nicht wirklich störend war. Und natürlich bin ich gerne bereit, mich davon überzeugen zu lassen, dass die Maddrax-Autoren eine gelunge Umsetzung des Themas zu Stande bringen.

Der Haupthandlungsstrang des Romans widmet sich dem Mars, den ich als eher science-fiction-affiner Leser natürlich als willkommene Ergänzung des Maddrax-Universums sehe. Obwohl Handlung leider nicht das richtige Wort ist: größtenteils handelt es sich um reine, teilweise fast hektische Nacherzählung von Ereignissen. Es gibt nur wenige Szenen, in denen ich als Leser wirklich an der Handlung dran bin. Schade, dadurch werden die interessanten Ansätze (wie zum Beispiel die Errichtung einer Diktatur zum Wohle des Volkes) leider recht langweilig abgearbeitet. Ich nehme einfach keinen Anteil an den Ereignissen, sie betreffen und berühren mich nicht.

Das ist vermutlich nicht alleinig der Autorin anzurechnen, sondern auch dem Expose. Der Roman hat immerhin sieben Monate marsianischer Entwicklung und Politik zu überspannen, dazu noch die Expedition zum Mond und zur Erde. Da bleibt nicht viel Platz für jedes einzelne Ereignis. Trotzdem hätte ich mir eine etwas lebhaftere Darstellung gewünscht. Schade, aber so fand ich den Roman leider recht langweilig. Aber immerhin ist jetzt die Bühne bereitet für den eigentlichen Konflikt des Zyklus. Lassen wir uns überraschen, wie die Menschen sich dem Streiter entgegenstellen.

Ein Gedanke zu „Mars kompakt: Maddrax 308 – Ein Planet wird vermisst

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