Jupiter, übernehmen Sie: Mission Impossible – Phantom Protokoll

Ein ungeschriebenes Gesetz in Hollywood (eines von vielen, und vermutlich widersprechen diese sich auch gegenseitig fleißig) besagt, dass die Fortsetzung eines Filmes niemals besser ist als das Original. Mission Impossible gelingt es mit der neuesten Inkarnation Phantom Protokoll (wie war das noch mit der Durchkopplung, liebe Marketingstrategen, wenn der Begriff aus irgendwelchen Gründen schon nicht zusammengeschrieben werden soll?) zum wiederholten Male, ein Gegenbeispiel zu diesem offenbar nicht allzu eherne Gesetz zu erbringen.

Der Versuch, eine Akte über den Terroristen Cobalt aus den Archiven des Moskauer Kremls zu bergen, endet für das Team von Ethan Hunt (Tom Cruise) im Desaster: Cobalt selbst sprengt Teile des Kremls, um den Diebstahl eines Atomkoffers zu vertuschen. Ganz nebenbei schiebt er der IMF auch noch die Schuld für die Explosion in die Schuhe, so dass der Präsident sich veranlasst sieht, das Titelgebende Phantom-Protokoll auszulösen: die Auflösung der IMF und die Komplette Leugnung ihrer Existenz. Ethan und sein Team sind die einzigen IMF-Agenten, die noch auf freiem Fuß sind, und somit fällt ihnen nicht nur die Aufgabe zu, die IMF zu rehabilitieren, sondern auch, zu verhindern, dass es Cobalt gelingt, einen weltweiten Atomkrieg zu provozieren.

Das führt im weiteren Verlauf zu atemberaubender Action (z. B. Freeclimbing am 120 Stock, lebendiges Parkhausflummiing, Magnetschweben mit Kettenhemd) an exotischen Schauplätzen (Moskau, Dubai, Mumbai). So weit, so konventionell für das Genre der Agentenaction.

Aber: das ganze bereitet einfach ungeheuer Spaß, ist gut gemacht und nimmt sich selbst nicht völlig Ernst. Dabei gelingt es sogar noch, ein wenig erfreuliche Serienkontinuität aufzubauen. Die inneren Konflikte, die einige Teammitglieder mit sich herumtragen, wirken allerdings ein wenig arg schreibratgeberhaft. Aber schließlich ist der Film ja auch kein Psychogramm, sondern ein Unterhaltungsfilm. Und die Unterhaltungsmission ist gelungen. Nur eine Frage bleibt offen: warum hat niemand Tom Cruise zum Frisör geschickt?

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