Schwarzwaldklinik reloaded: Maddrax 302 – Wo der Wahnsinn regiert

Matt erreicht das von Barbaren belagerte Neuschwanstein, in dem er den Wunderheiler vermutet, der Xijs Leben retten soll. Tatsächlich findet sich dort der selbstinszenierte Märchenkönig Roduwigu (Ludwig), der über beeindruckendes medizinisches Wissen und entsprechende Fähigkeiten und Mittel verfügt. Der ehemalige Kommandant eines japanischen Bunkers (wie es ihn und seine Community nach Bayern verschlug erfahren wir in den Rückblenden dieses Romans) kann Xijs Zustand mit Hilfe von Tabletten stabilisieren. Für die endgültige Heilung verlangt er jedoch die Befreiung einer Gefangenen aus den Händen der örtlichen Barbaren. Dass Matt und Xij dabei zu Komplizen eines Massenmordes gemacht werden sollen, ist nur ein Symptom des titelgebenden Wahnsinns …

Der zweite Band in Folge, in der Matt und Xij auf eine Gesellschaftsform treffen, die auf einem Überbleibsel aus unserer Zeit beruht, in diesem Fall einer Ansichtskarte. Spannend und unterhaltsam ist der Rückblick auf die Reise der japanischen Bunkercommunity nach Deutschland, da sie verschiedene Elemente der Maddrax-Historie aus einer anderen Perspektive noch einmal aufgreift (Invasion der Ostmänner in Japan, Feuerdrachen am Kratersee).

Dagegen fällt die eigentliche Geschichte etwas ab, denn sie greift auf das alte (aber bewährte) Muster zurück, Matt durch Druck (Xijs Heilung) zum Eingreifen auf einer Seite eines Konfliktes zu „ermutigen“, die sich dann doch als die böse erweist.

Xij erweist sich einmal mehr als Multitalent (sie spricht – welche Überraschung – Japanisch) und wird kurzfristig durch Medikation wieder voll einsatzbereit, so dass sie in dieser Handlung stärker zum Tragen kommt. Doch (erneute Überraschung) geheilt werden kann sie hier auch nicht. Doch Matt hat schon die nächste Idee.

Wie schon in Bayreuth haben wir es hier mit einem relativ für sich allein stehenden Abenteuer zu tun. Es sieht aus, als sollten mit den Bänden nach 300 die potentiellen Neueinsteiger abgeholt werden, ohne sie mit den tieferen Zusammenhängen der Serie abzuschrecken. Und auch einem altgedienten Leser der Serie macht es Spaß, an die Anfänge erinnert zu werden und – was ich als eine der Stärken von Maddrax erachte – Fortschreibungen unserer Gegenwart in die dunkle Zukunft der Erde zu erleben.

Alles in allem solide, unterhaltsame Kost, der es aber an der einen oder anderen echten Überraschung oder wahlweise einem Beitrag zum Serienkontext mangelt, um langfristig in Erinnerung zu bleiben.

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